Thema: Stuttgart

Die 15-Minuten-Recherche (2)

Von , am Freitag, 29. März 2019, in Beuel & Umland, Politik.

von Wolfgang Hippe
Eine Meldung oder ein Interview, ein Statement oder ein Satz als Anlass zu einer kleinen Recherche. Voraussetzung: Man muss mindestens ahnen, wonach man suchen will. Damit verbunden ist kein Anspruch auf Vollständigkeit, was die erfassten Informationen betrifft. Deren Vielfalt ist natürlich unüberschaubar – Fake News inbegriffen. Kurzum: es geht nicht um „Wahrheit“.

Preisfrage: Was verbindet S 21 mit dem Brexit? Weiterlesen

Indien-Pakistan / Stuttgarter Loch / Übersehene Nachrichten

Von , am Donnerstag, 28. Februar 2019, in Lesebefehle, Medien, Politik.

Gilbert Kolonko/telepolis liefert ein informatives Update zum Indien-Pakistan-Konflikt.
Arno Luik/Kontext-Wochenzeitung (ex-Stern-Mitarbeiter) schreibt, wie das Stuttgarter Loch grösser und grösser wird. Die Signaltechnik wird manches verschlingen. Die politische Preisfrage: wer wird alles in das grosse Loch fallen?
Die Initiative Nachrichtenaufklärung hat ihre Hitliste 2019 der “vergessenen Nachrichten” veröffentlicht.

Zumach hat Ärger / Ein einziges Loch: Stuttgart / SPD in Amerika

Von , am Montag, 25. Februar 2019, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Extradienst-Autor Andreas Zumach hatte hier bereits ärgerlichen Stress berichtet, den er sich mit seinem politischen und journalistischen Engagement eingehandelt hat. Für einen, der seine politische Sozialisation bei der Aktion Sühnezeichen/Friedensdienste bekommen hat, muss das eine bittere Erfahrung sein. Es ist kein Einzelereignis geblieben, sondern gestaltet sich als Erlebnisserie, jetzt am Beispiel des Göttinger Friedenspreises, dessen Jury-Vorsitzender er ist. Er bittet um Hinweis auf einen Kommentar von Micha Brumlik, den die taz in ihrem norddeutschen Lokalteil versteckt hat.
Stuttgart ist ein schlimmes Loch, in erster Linie für seine Einwohner*innen, Weiterlesen

Vincent Klink 70 – die Freude des Gratulierens

Von , am Mittwoch, 30. Januar 2019, in Beuel & Umland, Genuss.

Essen ist notwendige Bedingung – für Leben und Lust
Meine Verehrung für Vincent Klink ist Leser*inne*n dieses Blogs gut bekannt. Zu lange war ich schon nicht mehr bei ihm auf der Wielandshöhe in Stuttgart. Durch Jakob Strobel Y Serra/FAZ wurde ich auf Vincents 70. Geburtstag aufmerksam. Wenn er in Griffnähe wäre, überkäme mich jetzt ein Umarmungsbedürfnis. Ein herzlicher Glückwunsch auch aus Beuel, für einen der menschlich und politisch grössten Köche unseres Landes!
Vorgestern machte ich auf eine neue Veröffentlichung zum Thema Essstörungen aufmerksam. Weiterlesen

Die grosse Nervosität um die Deutsche Bahn

Von , am Donnerstag, 3. Januar 2019, in Politik.

Es war ein neuer Zug. Der einzige Grossaktionär beschimpfte seine eigene Firma. Die Bundesregierung persönlich, in Gestalt ihres zuständigen Staatssekretärs, schüttete Hohn und Spott über den Laden aus, in dem sie allein bestimmt, wo es langgehen soll. Immerhin: dieses Schlechtreden können wir hoffentlich als Indiz nehmen, dass von Privatisierungsplänen Abstand genommen wurde. Wenn die Verkäuferin selbst die Preise so versaut …
Es hat wohl einen anderen Grund. Weiterlesen

Kriegstraumata – made in Stuttgart

Von , am Mittwoch, 28. November 2018, in Lesebefehle, Politik.

Erika Runge habe ich Ende der 70er Jahre persönlich kennen gelernt. Sie gehörte zu den solidarischen prominenten Unterstützer*inne*n der Anti-Apartheid-Bewegung. Ich habe sie damals als ungewöhnlich, und angenehm toughe Frau wahrgenommen, die ziemlich genau über den Lauf des Lebens Bescheid wusste. Anlässlich des Endes des Steinkohlebergbaus im Ruhrgebiet und des Jubiläums ihrer “Bottroper Protokolle” hat die taz sie aufgesucht. Sie hatte es nicht weit – nach Charlottenburg – aber schwer, von ihr ein Gespräch zu bekommen. Weiterlesen

Mexikos Frauen / Vincent Klink

Von , am Samstag, 3. November 2018, in Genuss, Lesebefehle, Politik.

Die Frauen Mexikos und ihre Selbsthilfeorganisationen avancieren zur globalen Fachelite in Sachen Frauen-Misshandlungen und -Morde. So konnte es passieren, dass dieser aufwühlende Text aus der SZ von gestern im Wissenschaftsteil landete. Wenn er dadurch mehr gelesen wird, möge es so sein.
Koch- und Lebenskünstler Vincent Klink wurde aktuell mal wieder zur Lage einvernommen, von der Kontext-Wochenzeitung. Es ist mir immer wieder eine Freude, ihm bei seinem Schaffen zuzusehen, und ich bin stolz diesen grossartigen Kerl persönlich kennen gelernt zu haben. Von Bonn aus ist seine Wielandshöhe in Stuttgart bequem in einem Tagesausflug mit der Bahn zum Mittagessen zu erreichen; zur Tagesschau ist mann oder frau wohlig gesättigt und beglückt wieder zuhause. So eine Reise mit kulinarischer Vollverpflegung ist jeden investierten Cent wert.

Otto Addo – eine BVBler in Mönchengladbach

Von , am Samstag, 22. September 2018, in Beuel & Umland, Fußball.

Otto Addo wechselte einst im Duett mit Gerald Asamoah von Hannover ins Ruhrgebiet. Die Verletzungskatastrophen verfolgten ihn: drei Kreuzbandrisse, mit einem soll er sogar noch ein Tor geschossen haben. Jetzt ist er schon über 40 und muss immer noch arbeiten. Seinen Job gibt es angeblich bisher nur in Mönchengladbach: Übergangstrainer.
Er arbeitet exakt an der Schnittstelle, die mir bei meinen Stadionbesuchen zu Spielen der Regionalliga West im Sportpark Nord schon aufgefallen war. Weiterlesen

Glyphosat / Architektur / Erdogan / Lola rennt

Von , am Montag, 13. August 2018, in Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Glyphosat – so sicher wie Ihr Friseur

Der Ausschussvorsitzende für Landwirtschaft Alois Gerig (CDU) beging heute einen Anschlag auf die Obst- und Weinbranche. Passend zum Millionenurteil gegen Monsanto in den USA wies er öffentlich darauf hin, dass diese Branchen Glyphosat einsetzen. Das Mittel sei so ähnlich zu bewerten “wie manche Teesorten, wie Kartoffelchips, wie rotes Fleisch oder wie gar das ganze Friseurhandwerk”. Also, was regen wir uns auf? Wer solche Lobbyisten hat, braucht keine Feinde mehr.

Rechte Siegerarchitektur gegen Brutalismus

Stephan Trüby, Architekturprofessor aus Stuttgart, beschreibt, wie die Rechten bereits heute das Aussehen unserer Städte durchdringend bestimmen. Weiterlesen

Slowfood-Magazin: Kräuter und Gewürze

Von , am Freitag, 23. März 2018, in Genuss.

Im neuen Slowfood-Magazin gehts u.a. um folgende Themen:

Test: Kirschjoghurts – manche haben mehr Zucker als “Fruchtgehalt”.
Brunnenkresse aus der “Erfurter Klinge” wurde in die “Arche des Geschmacks” aufgenommen.
Eine Führung durch Stadt und Umgebung von Potsdam.
Weinjournalistin Ursula Heinzelmann stellt den Sagrantino aus Umbrien vor; in einem weiteren Text verteidigt sie die Scheurebe.
Im Schwerpunktthema Gewürze wird das Projekt “Soulspice” vorgestellt, das sich an einer fairen und hochwertigen Verwertungskette für die grosse Welt der Gewürze versucht, und wird zum “Food Hero” erklärt.
Carlo Petrini, der italienische Gründer und strategische Denker von Slowfood, Weiterlesen

Immobilienboom zuende?

Von , am Donnerstag, 22. Februar 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Das wäre ja mal eine gute Nachricht; allein – mir fehlt der Glaube. Die FAZ verbreitet eine entsprechende Botschaft des Immobilienlobby-Instituts Empirica. Wie müssen wir diese Botschaft lesen?

Empirica, das liegt schon an seinen Auftraggebern, trägt eine Investorenbrille. Für die sind die lokalen und regionalen Märkte, auf denen der Preiswahnsinn galoppiert: das Paradies. Empirica scheint nun zu meinen: das Paradies – in Berlin, München, Stuttgart – hat Grenzen.

Das ökonomische Problem ist, dass der private Kapitalreichtum sehr Weniger explodiert ist. Das Kapital weiss nicht mehr wohin. Weiterlesen

Borussia: Eberl, das Geschäft und die Fans

Von , am Samstag, 16. Dezember 2017, in Fußball.

Die Kolleg*inn*en von seitenwahl.de haben schon alles Nötige völlig korrekt kommentiert. Das wiederhole ich nicht, nur ergänzende Erinnerungen:

Beim von seitenwahl erwähnten Champions-League-Heimspiel gegen ManCity (1:1) war ich im Stadion. Im Oberrang über den echten Stehplatzfans, durfte ich an einer Dauerkarte partizipieren; der Inhaber war dienstlich im Kongo, und ich lasse mal offen, wer mehr gelitten hat und erregter war. Nach dem vorhergegangenen 1:2-Heimdebakel (bei 12:2 Torschüssen) gegen die Leute aus der Stadt mit den zwei Kirchtürmen war das 1:1 gegen die – allerdings lustlose – Milliardärstruppe am Mittwoch danach akzeptabel, zumal es mit 40 Minuten Unterzahlspiel, Stindl war unberechtigt vom Platz geflogen, erkämpft wurde. Um mich rum wurde viel gemotzt und gepfiffen. Keine Eventfans, Dauerkarteninhaber*innen kommen ja immer.
Am Bökelberg früher, und zu zum Teil noch viel besseren Zeiten, war es allerdings ähnlich. Weiterlesen

Fahrradverleihsysteme – ohne Datenschutz?

Von , am Freitag, 17. November 2017, in Beuel & Umland, Politik.

von Andreas Falkowski

Die ersten Verträge von Kommunen mit den Betreibern ihrer Fahrradverleihsysteme, die im ersten Schwung im Rahmen der damaligen Bundesförderung eingerichtet wurden, laufen aktuell aus und werden nach und nach neu ausgeschrieben (z.B. Berlin im letzten Jahr, aktuell in Hamburg). Weitere Kommunen planen aktuell die Neueinrichtung eines Fahrradverleihsystems (z.B. Stuttgart, Leverkusen und Bonn). Bei diesen neuen Ausschreibungen drängen zusätzlich zu den bisherigen 2-3 europäischen Betreibern weitere Betreiber aus dem fernostasiatischen Raum auf den deutschen Markt. Zusätzlich zu diesen offiziellen Ausschreibungen stellen diese meist chinesischen Anbieter ihre Verleihfahrräder teilweise in einigen Großstädten auch einfach zu Tausenden zusätzlich zum offiziellen System mit auf die Straßen (z.B. in München).

Grundsätzlich könnte es ja jeder Kommune egal sein, wer das Fahrradverleihsystem betreibt. Und grundsätzlich könnte sich jede Kommune über ein zusätzliches Angebot aus dem Bereich des Umweltverbunds freuen. Einige Kommunen könnten dies unter dem Gesichtspunkt „Hauptsache es kommt überhaupt“ sehen. Weiterlesen

“Mein Verein” (WDR): VfL 1900 Borussia Mönchengladbach

Von , am Montag, 28. August 2017, in Fußball, Medien.

Andreas Kramer gehört der TV-Mannschaft von Arnd Zeigler an, der weit über die Grenzen Werder Bremens hinaus bis vor die Stadtmauern einer bayrischen Grossstadt bundesweit Respekt und Anerkennung für seinen Humor und seine Fachlichkeit geniesst. Er kann also nicht verkehrt sein. Zu Beginn des Films packte mich Entsetzen: was ist das denn für ein provinzieller Mist? Er kriegte noch die Kurve, zu einem knappen aber grundsätzlich sympathischen zufriedenstellend.

Auch dieser Film verhob sich nicht an der reichen Geschichte des Vereins, sie wäre, da gebe ich Kramer völlig recht, in 45 Minuten Film nicht zu packen gewesen. Dass er sich für die zurückhaltende Würdigung Lucien Favres rechtfertigt, ist ok. Auch würdigt er die 60er Jahre angemessen. Dass er dabei allerdings kein einziges Mal den Namen des Kölners (!!!) und Gottvaters des Mönchengladbacher Fussballs Hennes Weisweiler nennt, ist aber dann doch ein notenentscheidender schwerer Fehler. Ohne Weisweiler, der nicht nur unzählige Fussballtalente sondern zu Lebzeiten 90% der deutschen Profitrainer ausbildete, hätte es die Mönchengladbacher Fussballgeschichte wie wir sie kennen – und also auch diesen Film! – nicht gegeben. Gegen diesen Fehler ist es fast schon eine lässliche Sünde, dass auch Jupp Heynckes ungenannt bleibt, Weiterlesen

Muss Dobrindt ins Gefängnis?

Von , am Mittwoch, 23. August 2017, in Politik.

Natürlich nicht – im Gegenteil, er hält sich selbst noch für einen der besten Minister, die die CSU je hatte, Horst Seehofer findet das prima und das kann er auch, denn Presse und Opposition machen ihm das Leben wirklich leicht. Drei Beispiele, die manch ein anderer Minister politisch nicht überlebt hätte, sitzt er nicht nur locker aus, muss sich nicht rechtfertigen, wird nicht angegriffen, obwohl der Wahlkampf in seine “heiße Phase” tritt, weht höchstens ein laues “Berliner Lüftchen”.

Da ist zum einen die Autobahnaffäre. Sechshundertfünfzig Millionen will ein Konsortium aus Firmen von Dobrindt haben, weil diese Mehrkosten beim privat finanzierten Ausbau der Autobahn A1 angefallen sind und die privaten Investoren vor der Insolvenz stehen. Warum überhaupt in Zeiten der Niedrigzinspolitik und überquellender Staatsfinanzen so ein Projekt in Public-Private-Partnership vergeben wurde, ist kaum zu erklären. Private Investoren bekommen nämlich das Geld nicht billiger, sondern teurer als der Staat, müssen einen eigenen Apparat vorhalten und die sogenannten “Vertragskosten” wieder hereinbringen, die allein durch die privatwirtschaftliche Abwicklung zusätzlich entstehen. Und sie wollen noch Gewinn machen – also von vorherein ein Unternehmen, das sich für die Steuerzahlerin gar nicht rechnen kann. Dazu kommt noch, dass der Bund, wenn der Investor pleite geht, für die Kosten ohnehin aufkommen muss. Es gibt also keinen Vorteil für die öffentliche Hand und wer den Straftatbestand der Veruntreuung kennt, Weiterlesen