Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: DLF (Seite 43 von 43)

Der gefahrvolle Abstieg der USA

Die meisten verunglückten Bergsteiger erleiden Unfälle beim Abstieg. Dieses Bild drängt sich mir bei der globalen Supermacht USA auf.
Als Mediennutzer quält es mich geradezu, mit welchem oberflächlichen Entertainment wir abgespeist werden, wenn über die USA und aktuell über den dortigen Präsidentschaftswahlkampf berichtet wird. Ein 5-Minuten-Gespräch mit befreundeten US-Bürger*inne*n oder jungen Leuten, die dort ein Praktikum/Volontariat gemacht haben, ist informativer, als die meisten Korrespondent*inne*n Berichte im TV und Radio.
Darum hier Hinweise, wie es auch besser geht.
Die Deutschlandfunkreihe “Essay und Diskurs” startete heute mit einem Beitrag zur Geschichte der US-Parteien.
Die schwarze Bürgerrechtlerin und Kommunistin Angela Davis sagt, sie wähle Hillary. (JW)
Auf Telepolis weist Tomasz Konicz auf die brandgefährlichen Konflikte im südchinesischen Meer hin, die nicht weniger brenzlig als der Syrien- und der Ukraine-Konflikt sind. Diese Einschätzung der FR gibt weitere ökonomisch unterlegte Hinweise.
Telepolis begann ausserdem mit der Veröffentlichung einer Untersuchung über US-Einflussnahme in Russland. Nicht alles daran muss schlecht ist; klar ist aber: wenig ist es nicht.

Rassismus der Mitte, deutscher

Quelle: Deutschlandfunk
Amnesty International sieht in Deutschland Anzeichen für einen institutionellen Rassismus. Die Opfer rassistischer Gewalt würden nur schlecht geschützt, sagte Referent Alexander Bosch im DLF. Der Staat versage bei der Aufgabe, diese Form von Gewalt zu erkennen – und nicht nur dem rechtsextremen Milieu, sondern auch der Mitte der Gesellschaft zuzuordnen.

Alexander Bosch erklärte, ein Problem bestehe zum Beispiel darin, dass auch viele Deutsche Opfer von rassistischer Gewalt würden, zum Beispiel Deutsche mit dunkler Hautfarbe oder mit türkischen Wurzeln. Hinzu komme, dass es Polizeibeamten schwer falle, auch den Rassismus in der Mitte der Gesellschaft als solchen zu erkennen. Meist würden Rassisten nur dem rechtsextremen Milieu zugeordnet. Bei den Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte aber agierten Personen, die gar nicht in diesem Milieu einzuordnen seien.
Nach den Worten von Bosch gibt es in Deutschland Anzeichen für einen institutionellen Rassismus. Er betonte, das sähen auch eine Kommission des Europarates und ein Ausschuss der Vereinten Nationen so. Es werde aber in Deutschland nicht angemessen über Rassismus gesprochen. Meist falle auch ein Wort wie “Fremdenfeindlichkeit” – das aber gar nicht passe, denn bei schwarzen Deutschen handle es sich gar nicht um Fremde, die Opfer würden.

Das vollständige Interview des Deutschlandfunks mit Alexander Bosch gleich hier.

UNO-General Guterres = krachende Schlappe für Deutschlands Intriganten?

Gestern war in der Tagesschau zu betrachten, wie Finanzminister Schäuble sich gegen den Rest der Welt wehrte, um seine irrationale und international rücksichtslose Finanzpolitik zu rechtfertigen. Ist im scheißegal, wenn er gleichzeitig hierzulande in Umfragen als der “populärste” Politiker verkauft wird. Ebenso egal ist den Herren Brok und Röttgen und ihren Spindoktoren im Deutschlandfunk, wenn sie die Konfrontation gegen Russland weitertreiben statt abkühlen wollen. Doch heute gab es auch eine Orchidee im gleichen Sender.

In allen aktuellen Programmen werden derzeit Loblieder auf den kommenden UNO-Generalsekretär Guterres angestimmt. Alle wollen auf der Seite des Wahlsiegers im Uno-Sicherheitsrat sein, denn er wird ein wichtiges Amt übernehmen; es wird nützlich sei, zu ihm gute Beziehungen zu haben. Von seinem Herkunftsland Portugal aus betrachtet, stellt sich die Sache etwas anders dar. Portugal hat eine demokratisch gewählte Linksregierung. Im Gegensatz zu Griechenland wird von Seiten der EU und Deutschlands darauf verzichtet, spektakulär die Regierung in den Schwitzkasten und das widerspenstige Land unter Kontrolle zu nehmen. Beidseitig wird bisher stille Diplomatie bevorzugt. Das scheint letztendlich auch die tiefere Ursache für Guterres’ diplomatischen Wahlerfolg zu sein.

In Portugal hat man jedoch wahrgenommen, dass seine Wahl von Deutschland und der EU bis zuletzt hintertrieben wurde. Eine “Frau” sollte es sein, aus Bulgarien, eine “Visegrad”-Staat mit einer Schengen-Grenze zur Türkei. Das sollte wohl ein Beitrag zum inneren diplomatischen Frieden in der EU sein. Und ist dann ja ordentlich schiefgegangen. Aber: bloss kein Aufsehen!

ARD&ZDF: Seehofers ahnungslos ins Wasser geworfener Stein

Steine ins Wasser werfen, das kann er der Horst. Welche Wellen die erzeugen, interessiert ihn weniger. Es geht ihm ja nicht um die Sache, sondern er instrumentalisiert sie nur für den öffentlichen Effekt.

Dass es Bedarf nach tiefgreifenden inhaltlichen und strukturellen Umbauten des öffentlich-rechtlichen Mediensektors gibt, ist auch in Fachkreisen unumstritten. Die können aber strukturell nicht von ihm selbst ausgehen – im Gegenteil. Überlässt man ihn sich selbst, wird er seine eigene Implosion herbeiführen.
Der Sektor ist eine deutsche Besonderheit. Er hat historische Verdienste, die noch heute spürbar sind – demokratisch wertvolle Nischen hat er behalten, auch sozialpolitisch ist nicht gering zu schätzen, dass Deutschland vermutlich die größte nationale Free-TV-Landschaft hat.

Alle TV-Sender laufen aber mittlerweile gesellschaftlich und technologisch hoffnungslos hinter der Musik her, Weiterlesen

Frische Feigen

von Walter Benjamin

Im Deutschlandfunk erinnerte eben die Autorin Brigitte Baetz an den deutschen Flüchtling Walter Benjamin. Vor 76 Jahren starb er in der Nähe von Port Bou in den Pyrenäen. Seit 6 Jahren sind seine Werke urheberrechtsfrei. Hier ein Großartiges, an das ich jedes Mal denke, wenn ich im Bioladen vor dem Obstregal stehe. Und trauere, dass unsere Eltern und Großeltern so einen Autor vertreiben liessen.

Der hat noch niemals eine Speise erfahren, nie eine Speise durchgemacht, der immer Maß mit ihr hielt. So lernt man allenfalls den Genuß an ihr, nie aber die Gier nach ihr kennen, Weiterlesen

Hat Köln mal was richtig gemacht?

Diesen Eindruck kann man gewinnen, wenn man sich das heutige Interview der parteilosen Oberbürgermeisterin Henriette Reker im Deutschlandfunk zu Gemüte führt. Der positive Eindruck dieses Interviews wird mir von meinen Kölner Freundes- und Bekanntenkreisen bisher bestätigt.
Ulrich Horn meint, dass Düsseldorf dagegen mit seiner OB-Wahl daneben gegriffen habe. Staunend lese ich dort, dass der aktuelle OB die Stadtwerke zurückkaufen wolle. Ogottogott, wer hat die denn weggegeben?

Deutschlandradio: das Ein- und Ausschaltradio

Seit vieler Programmreformen bin ich meinem Heimatsender WDR untreu geworden, weil er sich vor meinem Ausschalten gefürchtet hat. Das A und O heutiger Programmdirektionen in TV und Radio ist die Panik vor dem “Ausschaltimpuls”. Vor lauter Angst davor, haben sie die Einschaltimpulse gleich mitvernichtet. Das Letzte, was mir beim WDR noch geblieben ist, Weiterlesen

Flüchtlingskrise militärisch “lösen”?

Den Deutschlandfunk höre ich nicht, um mich informieren zu “lassen”, sondern um mich zu informieren. Was haben sich die Spin-Doktoren in Berlin jetzt wieder ausgedacht, dass es dieser Sender morgens früh zuverlässig an mein Ohr transportiert? Heute ist es bei mir – und nicht bei mir alleine – der Gedanke: die nächsten Kriege sollen vorbereitet werden.

Die Unruhe in der politischen Klasse wächst. Immer mehr gerät ihr aus der Kontrolle. Weiterlesen

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