Endlich Ende des Booms von Luxusimmobilien in Sichtweite?

Von , am Mittwoch, 30. September 2015, in Beuel & Umland, Politik.

Eine Binsenweisheit: wegen ihrer Superprofitraten boomt der Bau von Luxuswohnungen, gerne auch für Studis mit solventen Eltern. Bei uns in Beuel werden mittlerweile Preise für Eigentumswohnungen aufgerufen, bei denen einem Normalverdiener nur schwindelig werden kann.

An der Kennedy-Brücke stellt die Firma Montana derzeit einige Wohnungen für den Erstbezug Anfang nächsten Jahres fertig. Zu haben sind laut einer entsprechenden Internetannonce aber nur noch vier Wohnungen: Die Preise für die noch verfügbaren Wohneinheiten fangen bei gut 400.000 Euro (für 4 Zimmer) an und reichen bis 680.000 im 4.Stock – die noch teureren Penthäuser sind aber schon weg. Lage: sehr “verkehrsgünstig”, mit Feinstaubgarantie für das auf dem Balkon verzehrte Rührei. Vielleicht führt das ja wenigstens dazu dass die Reichen, die dort einziehen, sich anschliessend für umweltfreundlicheren Verkehr einsetzen. Die Millionärs-Anwohner der Hamburger “Hafen-City” haben z.B. Landstrompflicht für die vor ihrem Balkon köchelnden Kreuzfahrtschiffe durchgesetzt.

Ähnliches ist von dem Großprojekt der Firma NCC an der Ecke Niederkasseler-/St.Augustiner-Str. zu erhoffen. Hier werden für einen Bezug im Frühjahr 2017 Preise aufgerufen, die ich vor 15 Jahren für meine an einer ruhigen Stichstraße an der Wolfsburg gelegene Wohnung noch in D-Mark zu zahlen hatte. Bei diesem neuen Projekt zahlt man mit den Euros einen großzügigen Blick auf eine verkehrsreiche, staugeplagte Kreuzung inkl. Stadtbahn, aber ohne Haltestelle.

Wann hört dieser Wahnsinn der profitgeilen Immobilien-Haie endlich auf? Wir brauchen keine Luxusimmobilien, sondern preisgünstigen, behinderten- und altengerechten Wohnraum, und davon viel. Meine These ist ja, dass das im Kapitalismus immer weniger möglich wird. In Zürich immerhin, im Weltzentrum mafiotischer Kapitalorganisationen, soll es schon Wohnungen geben, die nicht mehr um jeden Preis gemietet werden. Schön wäre, wenn das ein Trend ist, der schnell den Rhein zu uns hinunter fließt. Ausbreitung von Vernunft kann die Immobilienwirtschaft in Panik versetzen.

Zur Lage in dieser Branche hier ein aufschlussreiches Handelsblatt-Interview mit dem Geschäftsführer des Mieterbundes.

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