Eine Binsenweisheit: wegen ihrer Superprofitraten boomt der Bau von Luxuswohnungen, gerne auch fĂŒr Studis mit solventen Eltern. Bei uns in Beuel werden mittlerweile Preise fĂŒr Eigentumswohnungen aufgerufen, bei denen einem Normalverdiener nur schwindelig werden kann.

An der Kennedy-BrĂŒcke stellt die Firma Montana derzeit einige Wohnungen fĂŒr den Erstbezug Anfang nĂ€chsten Jahres fertig. Zu haben sind laut einer entsprechenden Internetannonce aber nur noch vier Wohnungen: Die Preise fĂŒr die noch verfĂŒgbaren Wohneinheiten fangen bei gut 400.000 Euro (fĂŒr 4 Zimmer) an und reichen bis 680.000 im 4.Stock – die noch teureren PenthĂ€user sind aber schon weg. Lage: sehr “verkehrsgĂŒnstig”, mit Feinstaubgarantie fĂŒr das auf dem Balkon verzehrte RĂŒhrei. Vielleicht fĂŒhrt das ja wenigstens dazu dass die Reichen, die dort einziehen, sich anschliessend fĂŒr umweltfreundlicheren Verkehr einsetzen. Die MillionĂ€rs-Anwohner der Hamburger “Hafen-City” haben z.B. Landstrompflicht fĂŒr die vor ihrem Balkon köchelnden Kreuzfahrtschiffe durchgesetzt.

Ähnliches ist von dem Großprojekt der Firma NCC an der Ecke Niederkasseler-/St.Augustiner-Str. zu erhoffen. Hier werden fĂŒr einen Bezug im FrĂŒhjahr 2017 Preise aufgerufen, die ich vor 15 Jahren fĂŒr meine an einer ruhigen Stichstraße an der Wolfsburg gelegene Wohnung noch in D-Mark zu zahlen hatte. Bei diesem neuen Projekt zahlt man mit den Euros einen großzĂŒgigen Blick auf eine verkehrsreiche, staugeplagte Kreuzung inkl. Stadtbahn, aber ohne Haltestelle.

Wann hört dieser Wahnsinn der profitgeilen Immobilien-Haie endlich auf? Wir brauchen keine Luxusimmobilien, sondern preisgĂŒnstigen, behinderten- und altengerechten Wohnraum, und davon viel. Meine These ist ja, dass das im Kapitalismus immer weniger möglich wird. In ZĂŒrich immerhin, im Weltzentrum mafiotischer Kapitalorganisationen, soll es schon Wohnungen geben, die nicht mehr um jeden Preis gemietet werden. Schön wĂ€re, wenn das ein Trend ist, der schnell den Rhein zu uns hinunter fließt. Ausbreitung von Vernunft kann die Immobilienwirtschaft in Panik versetzen.

Zur Lage in dieser Branche hier ein aufschlussreiches Handelsblatt-Interview mit dem GeschĂ€ftsfĂŒhrer des Mieterbundes.