Nur die allerdümmsten Kälber wählen ihre Metzger selber. Diese Volksweisheit trifft weniger auf die Kälber als auf ihre industriellen Erzeuger zu. Um sich die Führungen des Deutschen Bauernverbandes freiwillig zurecht zu wählen, und das seit Bestehen dieser Republik, dafür muss man schon wirklich sehr bescheuert sein. Ergebnis: immer weniger Bauern, immer weniger Arbeitsplätze, immer mehr industrielle profitorientierte Erzeugung, und massenhaft Gift-, Umwelt- und Gesundheitsprobleme. Übrig bleiben Großgrundbesitzer, Immobilienfonds, die sich auf Landgrabbing spezialisieren (nicht in Afrika, da auch, nein hier, direkt vor der Haustür!) und Agrokonzerne, die sich mit Saatgutmonopolismus eine nur scheinbar moderne Sklavenhaltergesellschaft bauen. Und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie wenigstens nicht mehr lange. Bei einer Interessenvertretung, die das geschafft hat, muss man sich doch bedanken. Und im Gegensatz zu Fifa-Blatter laufen die auch noch frei als Lobbyisten rum.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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