Für Beueler Bauruinen haben sie im Stadthaus keine Zeit?

Von , am Mittwoch, 24. Januar 2018, in Beuel & Umland.

Bei meinem täglichen Spaziergang rund um die Bonava-Grossbaustelle am Rande des Mirecourtviertels streifte mein Blick wie immer auch das formschöne Hochhausensemble auf der anderen Seite der St. Augustiner Straße. Still ruht die Ruine am Platanenweg, kein Baukran ist zu erkennen – auch beim Blick aus dem vorbeifahrenden Zug: keine Bewegung.

Beim Nachschauen in der Suchmaschine entdeckte ich, dass die wache Kollegin Steeger schon vor einem Monat im Express exakt die gleichen Gedanken hatte. Und witzigerweise gleich noch ahnungslose Lokalpolitikerzitate dazu lieferte.
Nur zwei Treffer unter ihrem Text findet sich in der Suchmaschinenliste der Geschäftsbericht des Immobilienkonzerns, der sich hinter dem Käufer “Rigi Project” verbirgt, und nach eigenem Bekunden mehrere Objekte in der Rhein-Ruhr-Region betreibt. Allein der Unternehmenssitz Malta hätte bei allen, die des Zeitungslesens über organisierte Kriminalität mächtig sind, Sirenen auslösen müssen. In diesem Bericht, der ein halbes Jahr älter als Steegers Bericht und frei zugänglich ist, ist eine Rechtsstreitigkeit um den Platanenweg ausdrücklich erwähnt.

Wenn das im Stadthaus noch keine Alarmglocken ausgelöst hat, hätte es die Firmenkonstruktion der Solidere schon lange tun müssen: eine komplizierte Komposition von Verschachtelungen, Tochterunternehmen, Unternehmensbeteiligungen, deren einziger Zweck ganz offensichtlich das ist, was Bizzynessmen so unschön Steueroptimierung nennen. Der deutsche Immobilienmarkt ist für solche Geschäftsmodelle ein Paradies. Wenn das einer wissen müsste, dann doch der angeblich unwissende und überraschte Beueler Bezirksbürgermeister, der im Hauptberuf für die PR der BIMA, der staatlichen Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, zuständig war; bevor er Landtagsabgeordneter wurde. Und wenn die Stadtverwaltung von Bonn personell und fachlich nicht dafür ausgerüstet ist, das Treiben solcher organisierter Bizzynessmen-Banden in unserer Stadt zu überwachen, zu kontrollieren, und ggfls. selbst die Kontrolle zu übernehmen – wofür brauchen wir sie dann?

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