Das Brückentagswochenende ist vorbei, der Journalismus arbeitet wieder. So erfahren wir heute von Kai-Hinrich Renner/Funke-Mediengruppe ein paar Details zu Gebhard Henke, seinem Arbeitsgeber WDR und der dort grassierenden #metoo-Affäre.
Renner dreht einen Scheinwerfer zur Kunsthochschule für Medien (KHM) in Köln, wo Henke einen Lehrauftrag hat. Ausbildungsverhältnisse mit ihrem “besonderen Gewaltverhältnis” sind strukturell wie geschaffen für Machtmissbrauch aller Art. Das war schon zu meiner Schulzeit so. Und alle heutigen und ehemaligen Student*inn*en wissen dazu Geschichten zu erzählen. Fragen Sie mal Extradienst-Gastautor Dieter Bott, was er alles bei Adorno erlebt hat. Es wäre also grundsätzlich eine gute Idee, wenn nicht nur der WDR, sondern auch jede (!) Hochschule sich Gedanken machen würde über Vorsorge-, Schutz- und Stärkungs-Strukturen (Modewort: Empowerment) für ihre Abhängigen und Schutzbefohlenen.
Ein anderer Aspekt ist Renners Hinweis, WDR-Ermittlerin Wulf-Mathies mache im Mai “erst einmal Urlaub”. Wirklich wahr? Und dann noch der Spin zur Vertragsverlängerung von Programmdirektor Jörg Schönenborn. Der deutet an, dass ein Grossbetrieb wie der WDR eine Intrigenhölle ist, in der sich mannigfaltige Interessen so vermischen und verknoten, dass es für Aussenstehende schwierig wird, sie zu identifizieren. Das wäre jetzt die Aufgabe von Wulf-Mathies: die Knoten auseinander zu nehmen. Wenn sie das Peter Raue überlässt, der seinem Job entsprechend legitime Interessen kämpferisch vertritt, hat sie schon verloren. Und der WDR auch.