Die schlimmsten Frauenfeinde, die ich kenne, sind: Frauen. Nichts ist beruhigender für das Patriarchat und die Paschas dieser Welt. Das ist so ähnlich, wie mit der Grünen-Kritik in diesem Blog. Über die “eigenen Leute” weiss Mann und Frau einfach mehr, als über die mitunter rätselhafte “Gegenseite”. Das macht es auch leichter, sich selbst zu erheben: Distinktion, Ich-Klugscheisser und die doofen Anderen. Schnell kann dabei Konkurrenzhass entstehen. Wenn die Einen auf Kosten der Anderen für sich eine Marktnische identifizieren und bespielen. So führen uns manche im Medienzirkus herrlischste “Stutenbissigkeit” vor und verschönern uns Talkshow-Abende mit wohlfeilem Amüsement.
Der Medienkapitalismus weiss von dieser kaum heimlichen Lust und bietet uns beständig und kalkuliert solche Inszenierungen. Manche, nicht alle, Mitspielende wissen davon und entwickeln recht unterschiedliche Strategien damit umzugehen. Wo ist der Übergang vom Subjekt zum Objekt dieser Prozesse? Keine leichte Frage. Von Heike Melba Fendel war in diesem Zusammenhang hier schon die Rede. Ein anderer “Fall” mit stark abgewandeltem hart erbarmungslos-intellektuell gestaltetem Layout, absichtsvoll weniger telegen, ist Svenja Flaßpöhler, mit der es vor einigen Wochen Anne Wizorek (#aufschrei) bei Illner zu tun hatte. Flaßpöhler hat nun ein Buch für diese Marktnische geschrieben. Es ist natürlich Masche, aber es ist die öffentliche Auseinandersetzung wert. Es ist im besten Sinne wichtig.
Das dachte sich auch Freitag-Chefin Simone Schmollack, die mit Flaßpöhler ein streitendes Interview führte.
Und Margarete Stokowski, die ihr ihre Spiegel-online-Kolumne widmete.
Update 12.5.: Heide Oestrwich/taz hat bei ihrer Besprechung des Flaßpöhler-Buches mit den ersten Einigungsversuchen begonnen.