In Köln ist sie hinter der BĂŒhne als “Zicke” verschrien. Was sie aber auf die öffentliche BĂŒhne bringt, ist alles erstklassig durchgearbeitet und erfolgreich. Charlotte Roche ist darum fĂŒr Gebhard Henke in der WDR-#metoo-Debatte eine sehr starke Kontrahentin. Sie sprach mit Zeit-online. Was sie dort schildert, entspricht einer vergleichbaren Geschichte einer – beruflich sehr erfolgreichen – guten Freundin von mir. Das spĂ€te Sprechen darĂŒber ist ein Zeichen fĂŒr die tiefe Schockstarre, in die Betroffene geraten, immer mit dem Risiko dauerhafter Traumatisierung. Darum ist das Sprechen wichtig. Alles muss raus. Und die Jungs, die das wagen, sind nicht mehr sicher. Im WDR, der auch nur ein Beispiel fĂŒr ĂŒberall ist, wird darĂŒber kein Gras mehr wachsen.
Daran scheitert auch Nicolas Sarkozy, ehemals StaatsprĂ€sident nebenan in Frankreich. Angela Merkel wird es still geniessen, und versucht bereits bei jeder Gelegenheit in GrossmachtlĂŒcken zu springen, von denen Frankreich immer mehr hinterlĂ€sst. Die Achse von 2003 (Chirac/Schröder) ist zerdeppert. Um das nicht zu offensichtlich zu machen, schweigen deutsche Medien laut ĂŒber die Aufarbeitung der Sarkozy-Machenschaften durch die französische Justiz. Darum Dank an den alten Malte Rauch, auch ein Adorno-SchĂŒler (aber ohne Abschluss), der bei Business Crime Control dazu veröffentlicht hat, hier die Fassung bei den nachdenkseiten.
Ebenso laut ist das Schweigen ĂŒber die Skripal-AffĂ€re und den Chemiewaffen-Einsatz in Syrien, der vorsorglich (und angeblich) bereits militĂ€risch “bestraft” wurde, bevor er nachgewiesen wurde. Jan van Aken, Ex-MdB der Linken, kommentiert im telepolis-Interview. Wir können derweil schon spekulieren, welche Version als nĂ€chste “Wahrheit” aufgetischt wird.