#metoo Charlotte Roche / Sarkozy & Ghadafi / C-Waffen

Von , am Mittwoch, 16. Mai 2018, in Lesebefehle, Medien, Politik.

In Köln ist sie hinter der Bühne als “Zicke” verschrien. Was sie aber auf die öffentliche Bühne bringt, ist alles erstklassig durchgearbeitet und erfolgreich. Charlotte Roche ist darum für Gebhard Henke in der WDR-#metoo-Debatte eine sehr starke Kontrahentin. Sie sprach mit Zeit-online. Was sie dort schildert, entspricht einer vergleichbaren Geschichte einer – beruflich sehr erfolgreichen – guten Freundin von mir. Das späte Sprechen darüber ist ein Zeichen für die tiefe Schockstarre, in die Betroffene geraten, immer mit dem Risiko dauerhafter Traumatisierung. Darum ist das Sprechen wichtig. Alles muss raus. Und die Jungs, die das wagen, sind nicht mehr sicher. Im WDR, der auch nur ein Beispiel für überall ist, wird darüber kein Gras mehr wachsen.
Daran scheitert auch Nicolas Sarkozy, ehemals Staatspräsident nebenan in Frankreich. Angela Merkel wird es still geniessen, und versucht bereits bei jeder Gelegenheit in Grossmachtlücken zu springen, von denen Frankreich immer mehr hinterlässt. Die Achse von 2003 (Chirac/Schröder) ist zerdeppert. Um das nicht zu offensichtlich zu machen, schweigen deutsche Medien laut über die Aufarbeitung der Sarkozy-Machenschaften durch die französische Justiz. Darum Dank an den alten Malte Rauch, auch ein Adorno-Schüler (aber ohne Abschluss), der bei Business Crime Control dazu veröffentlicht hat, hier die Fassung bei den nachdenkseiten.
Ebenso laut ist das Schweigen über die Skripal-Affäre und den Chemiewaffen-Einsatz in Syrien, der vorsorglich (und angeblich) bereits militärisch “bestraft” wurde, bevor er nachgewiesen wurde. Jan van Aken, Ex-MdB der Linken, kommentiert im telepolis-Interview. Wir können derweil schon spekulieren, welche Version als nächste “Wahrheit” aufgetischt wird.

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