Das sollten Sie trotz WM nicht übersehen

Von , am Montag, 18. Juni 2018, in Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Geldwäsche in Immobilien

Die grüne Bundestagsabgeordnete Lisa Paus aus Berln hatte zu dem Thema einen schönen Erfolg in mehreren Medien. Bzw. hätte, wenn nicht WM wäre. Wer liest das? Hier der Bericht des Oxiblog mit weiteren Verlinkungen. Paus und Toni Hofreiter hatten zu dem Thema ausserdem einen Gastbeitrag im Berliner Lokalblatt Tagesspiegel.
Eine zentrale europäische Geldwaschmaschine ist unser schönes Nachbarland Österreich, wo auch der Besitzer des Bonner Viktoria-Karrees heimisch ist. Da war der BND wohl zu neugierig; wenigstens war seine Tätigkeit ausnahmsweise nicht gesetzwidrig, denn Österreich ist tatsächlich Ausland.

Framing von Rassismus und anderem Dreck

Die grossartige Elisabeth Wehling erklärte es noch mal im DLF für die Dümmsten der dummen Talkshowredakteur*inn*en, die nach eigenem Bekunden doch nur senden wollen, “was ist”. Wie sind sie mit dieser Ahnungslosigkeit bloss an ihren Job gekommen?

Unsere Menschenrechtsverbrechen in Afrika

Die EU verbessert ihre Beziehungen zu afrikanischen Diktator*inn*en, indem sie gemeinsame kriminelle Sache beim Einfangen, Einsperren und Foltern von Flüchtlingen machen. Vorne mit dabei: die grosse Bonner Arbeitgeberin Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ), die obwohl sie uns gehört, für Journalist*inn*en in dieser Sache nicht zu sprechen ist. Gucken Sie hier den Arte-Film vom letzten Dienstag (nur einen Monat in der Mediathek).

“Es geht um einen Umsatz von 1 Billion” – Chinas Fussball

Vor einer Woche im ARD-Nachtprogramm: eine Dokumentation von Tom Ockers über den Entwicklungsstand in Chinas Fussball. Hier wird deutlich, dass Fussball und das Herrschaftssystem des Genossen Xi Jinping, das auf technologisch hochentwickelte Kontrolle seiner Bürger*innen hinauswill, nicht richtig zusammenpassen wollen. Gedrillte Schüler*innen spielen keinen guten, sondern ausrechenbaren, langweiligen Fussball. Die Kinder lernen den Fussball nicht auf der Strasse, sondern in der Schule, als Karriereoption zur Ernährung ihrer Eltern und anderen Verwandten (letzteres durchaus wie bei uns). Sie fangen nicht damit an, weil es ihnen Spass macht, sondern in Ausübung familiärer und schulischer Disziplin. Sie sollen keine Ideen haben, sondern Kommandos erfüllen. Das wird also so nichts mit dem Weltmeisterwerden; es sei denn, es kann einfach gekauft werden. Viel fehlt ja bei der Fifa dazu nicht mehr. Interessant: Stefan Lottermann, einst Mitgrüder der Spielergewerkschaft VDV, ist da jetzt mittendrin, kluger Kerl.

Der BAMF-Skandal ist ein “Rechercheverbund”-Skandal

Und das wird vielleicht deswegen von der breiten Öffentlichkeit nicht bemerkt. Prof. Henning Ernst Müller zeichnet im Blog des Münchener Beck-Verlages nach, wie der berühmteste aller berühmten deutschen Rechercheverbünde, der von NDR, WDR und SZ, lässig auf Recherche verzichtet hat. Allerdings nicht auf Framing (s.o.). Ich hätte den Text hier gerne dokumentiert; der Beck-Verlag genehmigt das leider nicht und bestätigt mein Vorurteil, dass deutsche Verlage ihre Aufgabe darin sehen, die Verbreitung von Inhalten zu bekämpfen. Aber, bitte, in diesem Fall: klicken Sie es an, Sie werden nicht dümmer davon.
Update 19.6.: uebermedien.de erhielt im Gegensatz zu uns eine Genehmigung zur Übernahme des Textes von Henning Ernst Müller. Am Ende des Textes referieren die Kollegen entgegnende Stellungnahmen des Rechercheverbundes.

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