Münsterplatz-Kaufhäuser – Benko will sie alle

Von , am Mittwoch, 27. Juni 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Beim taumelnden kanadischen Kaufhof-Besitzer HBC hat die Führung gewechselt. Sie scheint nun doch bereit, vor dem verurteilten österreichischen Straftäter Rene Benko in die Knie zu gehen – übereinstimmende Berichte in WAZ und FAZ. Benko weiss nicht, wohin mit dem vielen Geld, das ihm zur Wäsche gegeben wird. Sein weiterer Vorteil: ihm gehts nicht ums “Warenhaus”, sondern um die Immobilie und ihren wertvollen Standort.
Während Benko als weitsichtiger, und in den Augen Vieler widerlicher, kühler Stratege handelt, steht ihm eine im vielfachen Sinne des Wortes amateurhafte Kommunalpolitik gegenüber. Der OB müsste als CDU-Mitglied doch eigentlich über gute Beziehungen zum Kanzleramt verfügen; jedenfalls gehört das zu seinem Job, wenn er ihn gut machen will. Dort gibt es einen Koordinator für die Geheimdienste (im Organisationsplan die Spalte ganz rechts). Den sollte er mal ausfragen, was der BND in Österreich alles rausgefunden hat.
Die Bundespolitik weigert sich beharrlich seit Jahrzehnten, dem organisierten kriminellen Treiben der Immobilienwirtschaft Einhalt zu gebieten. Das Gleiche gilt für den neuen Monopolismus der Onlineplattformen, die kleingewerbliche Strukturen plattmachen (oder mindestens mit Schutzgelderpressungen aussaugen) und Lohnabhängige in präsozialstaatliche Zeiten zurückwerfen (“Plattformkapitalismus“).
Viele Beschäftigte von Karstadt oder Kaufhof müssen also bald bei Amazon oder Ikea ins Lager. Gut wäre, wenn sie schon ver.di-Mitglied sind, und dort die anderen Beschäftigten wissen lassen, was das ist.

2 Kommentare zu “Münsterplatz-Kaufhäuser – Benko will sie alle

  1. Roland Appel

    Was ich nicht verstehe ist, dass das Kartellrecht derartige Fusionen nicht von vornherein unterbindet. Es gibt doch nur noch zwei klassische Kaufhausbetreiber am Markt – diesem Gangster ein Monopol zu verschaffen, damit er die Doppelstrukturen als Immobilien verhökern kann, ist doch offensichtlich ein Schlag gegen jede “Markt”wirtschaft!

  2. Martin Böttger Beitragsautor

    Glaubst Du noch, wie die Ludwig-Erhard-Verehrerin Wagenknecht, an die “Marktwirtschaft”? Doch nicht wirklich, oder? Die “Warenhäuser” verlieren immer mehr Marktmacht – da ist mit kartellrechtlicher Marktargumentation kaum gegen anzugehen. Nur ein Warenhaus-Schiff schafft es nicht zu sinken, und darauf werden, so die Hoffnung, noch möglichst viele Arbeitsplätze gerettet.
    Der politische Hebel muss gegen die Geldwäsche in der Immobilienwirtschaft angesetzt werden. Da ist sogar die Grüne Bundestagsfraktion auf einem richtigen Trip:
    https://extradienst.net/2018/06/18/das-sollten-sie-trotz-wm-nicht-uebersehen/
    Zusätzlich muss Grund und Boden in öffentlichen Besitz, oder wenigstens der privaten Spekulation durch verschärfte Steuergesetzgebung möglichst weitgehend entzogen werden.

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