Weltmeister von heute ist der von 1998

Von , am Sonntag, 15. Juli 2018, in Fußball.

Es war zwar ein torreiches, aber kein sehr niveauvolles Finale. In meiner Fussballkneipe hatte Kroatien klar mehrheitliche Sympathien – als die scheinbar “Kleinen” Aussenseiter. Wie hier schon ausgeführt, kann ich selbst für einen Fussballarm der Organisierten Kriminalität keine Sympathien aufbringen; andererseits muss ich gestehen: für die französische Seite habe ich derartiges nicht recherchiert. Aber die französische Equipe hat immerhin die Vielfalt der (männlichen) Menschheit – und bei den Fussballfrauen tun sies auch – angemessener repräsentiert.
Die WMs und Nationalmannschaften sind, das wurde heute fussballerisch sichtbar, mitten in einem Prozess radikalen Bedeutungsverlustes. Nur mal als Beispiel: der FC Liverpool hätte heute jede der beiden Mannschaften schlagen können. Allein, was die Weltmeister an Ballverlusten in der eigenen Hälfte produzierten, würde selbst in der schwächelnden Bundesliga nur noch selten zum Sieg genügen.
Die Kunst ist bei den Trainern zu verorten: in der geringen zur Verfügung stehenden Zeit aus einer Sammlung hochtalentierter Egomanen ein funktionierendes Team zu bilden – daran waren Löw, Bierhoff und Grindel spektakulär gescheitert, und Didier Deschamps hat offensichtlich gewusst, was zu tun ist. Sein Mittelfeldchef von 1998 Zinedine Zidane hat mit Real Madrid, einem ebenso egomanische Haufen, die Champions League gewonnen – beide haben nie aufgehört dazu zu lernen. Zidane z.B. hat jetzt bei Real aufgehört – er wird wissen warum.
Die nächste WM ist in vier Jahren in Katar, zur Vorweihnachtszeit (Finale am 18.12.). Die globalen Grossvereine werden nicht nachgeben, Profit geht vor. Sie verspricht ein missratener Klassenausflug zu werden.

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