Amri-Attentat / WDR/#metoo/Henke / Schwarzer Fussball

Von , am Montag, 16. Juli 2018, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Das Attentat auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz, mit dem toten Hauptverdächtigen Anis Amri, scheint ähnlich seriös aufgeklärt zu werden, wie die NSU-Mordserie. Bereits vernommene Augenzeugen müssen nun sogar eigene Medienarbeit machen, um inhaltlich gehört zu werden. Die Amnesie, die der von Thomas Moser interviewte Zeuge hatte, hatte ich vor rund fünf Jahren auch (bei einem Fahrradunfall). Der Umfang der Amnesie ist für den Betroffenen erstaunlich präzise erinnerlich – ebenso, was davor war, und was danach. Die Amnesie ist eine Schutzreaktion des Körpers gegen traumatisierende Schockerlebnisse.
Der WDR und sein ehemaliger Fernsehspielchef Gebhard Henke haben sich aussergerichtlich geeinigt. Das mag beide beteiligten Seiten beruhigen, vermutlich hat Henke als angehender Ruheständler mehr davon. Der WDR als öffentliche Anstalt mag den Fall arbeitsrechtlich abhaken können, aber als unser Eigentum bleibt er in #metoo-Angelegenheiten rechenschaftspflichtig. Er sollte sich zumindest vom bräsigen DFB nicht übertreffen lassen und angeben, bis wann er mehr Aufklärung erreichen und Konsequenzen ziehen will.
Bela Rethy hats verpasst, und die meisten deutschen Fussballfans dürften es ignorieren. Ein gutes Zeichen, dass es gar nicht erst interessiert? Die Schwarzen waren die Fussballmacht der WM. Paul Pogba und Kylian Mbappe sind eigentlich auch vom Tribünen-Oberrang kaum zu verwechseln, Kante und Matuidi für Fussballfachleute auch nicht. Rethy hats trotzdem geschafft; vielleicht wars ja die Brille (davon weiss ich was).

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