Einer wie Jürgen Klopp agiert nicht zufällig und auf Zuruf. Für seine Medienstrategie arbeiten Profis. Und die scheinen nicht in Urlaub zu sein. Klopp ist jetzt der Erste aus der Fussballcommunity, der die Özil/Gündogan/Erdogan-Affäre mit Verstand kommentiert, während andere (Lahm, ARD etc.) immer noch übereinander herfallen. Klopp hat das scheunentorgrosse Loch im Diskurs erkannt hat, das der DFB fahrlässig oder mutwillig geschaffen hat. Dass er das bei der AfD-nahen Springerpresse tut, kann mann wohlwollend als professionellen Realismus einstufen – es zeigt jedenfalls, dass er nicht links ist.
Von dem Verdacht ist die CSU bekanntermassen frei, auch wenn rechts von ihr nicht mehr die Wand ist, oder die Kante der Erdscheibe. Wie sie selbst ihr Grab schaufelt, können Sie prägnant bei Ulrich Horn oder analytisch gründlich bei Albrecht von Lucke/Blätter lesen.
Von Lucke beschreibt im gleichen Text den rechtsdrehenden öffentlichen deutschen Diskurs und das Versagen von SPD und Linken. Die Grünen bleiben bei ihm unerwähnt. Weil sie nicht versagen? Oder weil sie nicht links sind? Oder keine Opposition? Das lässt der Autor offen.
Noch härter mit der Diskursanalyse nimmt es Tomasz Konicz/telepolis; dieses Mal, fürchte ich, übertreibt er kein bisschen.
Während Europa sich – global betrachtet – zu den drei Affen macht – da lobe ich mir doch China – zerfallen dank seiner Politik weitere Staaten. Mali ist ja schon militärisch besetzt, aber kaum zu kontrollieren. Nun kommt der benachbarte Niger hinzu. (Dieser Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv.) Die Sahara-Staaten haben zwangsläufig eine migrationsorientierte Dienstleistungsökonomie. Die bricht jetzt zusammen und wird leichte Beute für den IS/Boko Haram. Nach dem Vorbild Libyen (“Küstenwache”) sind die IS-Terroristen gewiss bereit, gegen attraktive Honorare ihre gleiche Arbeit (Gefangenhalten, Zwangsarbeitsysteme, Sklavenhandel, Umbringen) für die EU zu verrichten. Sie werden Seehofer und Salvini gewiss attraktive Angebote machen können.