Diskursgrundlage für Linke UND Liberale?

Von , am Mittwoch, 8. August 2018, in Politik.

Eben erwähnte ich schon die Ausführungen von Thomas Kliche in der FR. Er beschäftigt sich mit der politischen Wirkung heutiger Medientechnologien, und der Langsamkeit von Politiker*innen, demokratischen Systemen, letztendlich uns selbst, damit adäquat klarzukommen.
Darüber forscht auch der Österreicher Walter Ötsch schon einige Zeit. Er gräbt die Wurzeln aus, teilweise sozioökonomisch weit zurückliegende, aus denen die heutigen Herrschaftsverhältnisse gewachsen sind. Er erwähnt den Neoliberalen Hayek, die schon in der ZDF-Anstalt zu Ehren gekommene und fortexistierende Mont-Pelerin-Gesellschaft, und lehnt es aber gleichzeitig ab, heutige komplexe Machtverhältnisse auf ein verschwörerisch steuerndes Zentrum zurückzuführen. Auffällig, wie er seinen Interviewer Marcus Klöckner immer wieder den Kopf zurechtrücken muss, weil die meisten Zusammenhänge der Wirklichkeit zu komplex für populistische Zuspitzungen sind.
Es geht also nicht ohne die Mühen der Ebene: Analyse von Interessen und Widersprüchen, und ihre Ausnutzung bei der Entwicklung kluger Strategien. Möglichst viele dabei mitnehmen, und nicht ausschliessen, Andersdenken aushalten und zulassen, und nicht nur bekannte Bescheidwisser rufen. Wenn Oskars und Sahras Sammlung sich damit beschäftigen würde, dann könnte sie noch einen Sinn entwickeln.

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