Stadt vs. Land

Von , am Mittwoch, 8. August 2018, in Politik.

Städte sind Schmelztiegel für Demokratie, politische Kämpfe und emanzipatorische Praktiken. Es gibt sogar Tendenzen, Stadtpolitik von der nationalen Politik abzukoppeln. So hat z.B. New York ein Konzept zur Implementierung einer Stadtbürgerschaft eingeführt, mit dem illegale Einwanderer innerhalb des Stadtgebiets legalisiert werden. Diese Konfliktsituationen produzieren auch bürgerschaftliches Engagement, wie z.B. beim jüngsten Bürgerentscheid in Bonn deutlich wurde. Denn prosperierende Städte generieren zwangsläufig Verkehrsprobleme und Wohnungsknappheit, über die man sich trefflich politisch streiten kann.

Die Bedeutung der Städte wird national und global zunehmen, denn in Deutschland werden im Jahr 2030 über 78 Prozent der Menschen in Städten leben. Weltweit wird der Anteil der städtischen Bevölkerung bei rund 60 Prozent liegen (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Im ländlichen Raum verwandelt sich die Lage ins glatte Gegenteil. Ganze Landstriche leiden über Bevölkerungsschwund, es herrscht eine substanzielle Überalterung, Arbeitsplätze sind rar und das ist die Basis für die Ausbreitung erzkonservativer Entwicklungen. Zwischen Stadt und Land gibt es keinen unmittelbaren Dialog. Die Lebensverhältnisse und die öffentliche Infrastruktur verschlechtern sind nachhaltig.

Global ist der Run auf die Städte nicht aufzuhalten. National ist die Politik gefordert, die unterschiedlichen Lebensverhältnisse zwischen Land und Stadt anzugleichen. Und dem Trend der Landbevölkerung, sich politisch von der globalisierten Welt abzuschotten muss eine Strategie entgegengesetzt werden, die vor allem auf Dialog setzt.

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