Der Germanist Manfred Geier. der in wenigen Wochen 76 wird, versuchte heute morgen im DLF die besonders innerhalb der ARD hocherhitzte Framing-Diskussion abzukühlen. Das wird ihm nicht gelungen sein, aber es ehrt ihn: schriftliche Zusammenfassung und Nachhören hier.
Klaus Müller, Chef der Verbraucherzentrale Bundesverband, gab der Wochenend-taz ein Interview. Es liest sich ein bisschen so, als wenn er als Therapeut am Krankenbett der Parteien Ratschläge erteilen soll. Talent dazu hat er schon lange. Auf meiner Festplatte im Kopf ist abgespeichert, wie er bei der ersten Mitgliederversammlung der Bonner Grünen nach der Bundestagswahl 1990 auftrat. Der ganze Saal ein See der Weinerlichkeit (die Grünen waren aus dem Bundestag rausgeflogen) – und dann trat ein 19-jähriger Zivi auf, der als einziger drei ganze politisch durchdachte Sätze hintereinander sagen konnte. Das war Klaus Müller.
Westdeutschland ist bedroht. Sein Karneval von einer Sturmvorhersage für morgen. Sein Profi-Spitzenfussball im Ruhrgebiet und am Niederrhein von Auflösung in seine Einzelbestandteile. Und an so einem Wochenende verlässt uns Werner Schneyder, einer der nicht wenigen Österreicher, die mir mein Leben zu verschönen vermochten. In meiner Jugend war er der einzige Grund, das ZDF-Sportstudio durchzustehen, das er einst moderierte. Jetzt ist er zu seinem Freund Dieter Hildebrandt gegangen – das wäre ein Trost, wenn die beiden wieder zusammen sein könnten.
Und eine gute Fußballnachricht gibt es auch: die Vertretung des Faschistengenerals Franco auf Erden, Real Madrid, löst sich in einer ähnlichen Weise auf, wie unsere Westvereine. So viel Trost muss sein.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
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