Roller / Rammstein

Von , am Freitag, 29. März 2019, in Beuel & Umland, Medien, Politik.

Mal eine gute Nachricht von den Stadtwerken Bonn (SWB). Sie schaffen E-Roller an und verleihen sie zum Ausprobieren zunächst kostenlos. Das wirft dankenswerterweise ein Licht auf einen unterbelichteten Sachverhalt: die Luft- und Lärmbelastung durch Zweitaktmotoren.
Als Fahrradfahrer auf der Kennedybrücke fahre ich grundsätzlich bevorzugt auf der legalisierten “falschen” Seite. Auf diese Weise vermeide ich, dass auf der gesamten Brückenstrecke ein langsames Moped oder eine Vespa neben und vor mir fährt, und mir fortgesetzt giftigste Abgase in die heftig arbeitenden Atmungsorgane bläst. Ebenso hasse ich diese Fahrzeuge, wenn sie sich illegal auf dem Rheindeich oder dem Bröltalbahnweg bewegen. Mit Schutzhelm auf dem Kopf sind sie auch mit Handyfotos kaum gerichtsverwertbar zur Verantwortung zu ziehen.
In der Diskussion um den klimapolitischen Beitrag des Verkehrssektors dürfen diese Fahrzeuge nicht unter den Tisch fallen. Im Gegenteil: technologisch ist die Zeit schon seit Jahren für ein Verbot reif. Diese Fahrzeuge können alle elektrisch und leise fahren. Der Gesetzgeber muss die Herstellerfirmen nur zu ihrem Glück zwingen. Ein Scheuer wirds gewiss nicht tun.

Rammstein

Diese Band ist mir ein Rätsel. Nichts kann ich an ihr finden, keins meiner verborgenen Gefühle wird von denen angesprochen. Darum habe ich sie bisher auch nicht erwähnt. Im DLF wurde sie diese Woche von einem Buchautor, der an ihnen natürlich Auflage machen will, für ihr “ironisches Spiel mit dem Teutonischen” und die “drastische Verletzung aller performativen Regeln” gepriesen. In den vergangenen Jahren begegneten mir sogar Grüne Männer, die auf diese Truppe abfuhren. Für mich ist das eine drastische Erweckung dramatischer Hygiene-Probleme im politischen Denken. Das zu erklären, ist Klaus Walter heute nacht gut gelungen. Auf diesen Musikjournalisten hat mich mein Gastautor Dieter Bott schon vor Jahren aufmerksam gemacht – die Jungs kennen sich aus Frankfurt.
Diese Band ist eine Repräsentantin für die Perfektionierung profitorientierter PR und Performance. Ich wollte zunächst in dieser Reihung die Bezeichnung “haltungslos” einreihen – aber nein, es ist widerlicher. Sex, Nazis und Tabubruch laufen in Deutschland immer. “Ironisches Spiel” mit den Naziverbrechen mag für alle “Guten” des 2. Weltkrieges funktionieren – für die Erb*inn*en der Täter*innen verbietet es sich. Wenn so viel Vakuum im Kopf ist, ist noch Platz für Geschichtsunterricht.

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