Der Retter der Stadt?

Von , am Montag, 17. Juni 2019, in Beuel & Umland.

“Weisser Ritter” für die Stadtfinanzen gefunden? – GA Paywall wieder weg? – Bonner Luft bleibt schlecht
Schon wieder eine Zeitschleife? Nach sechs Jahren Vakanz und Interimsleitung durch eine überlastete – und darunter nicht zusammegekrachte! – Marion Duisberg, soll ein neuer Boss für das Städtische Gebäudemanagement gefunden worden sein. Klassische Konstellation: Männer hinterlassen Trümmer, Frau muss aufräumen, dann der nächste männliche Held. Ich war schon einmal dabei, als so einer sich den Stadtratsfraktionen vorstellte: es war Friedhelm Naujoks. Das war ein begnadeter Performancekünstler. Er wickelte sowohl die damalige Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann als auch die Stadtratsfraktionen so wirkungsvoll ein, dass bei seiner Einstellung alle glaubten, ein grosses Los gezogen zu haben.
Er wurde der teuerste Angestellte der Stadt Bonn ever, nicht nur wegen seines Gehalts. Sondern auch wegen der “Nebenkosten”: bei der Errichtung des WCCB als auch bei den anschliessenden Arbeitsrechtsstreitigkeiten, bei denen die Stadt wie üblich suboptimal beraten war. Der Ruf der Stadt Bonn als inkompetente Arbeitgeberin war so ramponiert, dass sie nun schon geschlagene sechs Jahre nach einer*m Nach-Nachfolger*in sucht, und ihr, wie in anderen Städten auch, alle ihre Bauprojekte kostenstrategisch nur so um die Ohren fliegen, dass es für die regionale und überregionale Baumafia ein grosses Fest war. Der geht es aber mittlerweile so gut, dass sie sich auf Bonner Ausschreibungen schon gar nicht mehr bewirbt – gibt ja doch nur Ärger mit Leuten, die von Nichts eine Ahnung haben.
So ist die Lage, aus der es also jetzt einen Retter geben soll? Schön wärs, allein, mir fehlt der Glaube. Ein Lottogewinn, wie Vebowag-Chef und WCCB-Manager Michael Kleine-Hartlage, der damals quasi “von der Strasse” geholt wurde, kann es kaum sein.
Übrigens: ist die Paywall des GA wieder weg? Ich spüre keine; eine Anzeige, wie viele Artikel ich “gelesen” habe, taucht nicht auf.
Übrigens 2: Freund*inn*e*n des Fahrverbotes freut Euch: passend zum Start der Klimakonferenz wird gemeldet, dass die Stickoxidwerte in Bonn weiterhin (klar!) zu hoch sind, die nächsten Prozessniederlagen der Stadt gegen die Deutsche Umwelthilfe warten schon. Entsprechende Nachrichten in den Internetangeboten des GA, der Stadt, ja sogar bei der Grünen-Fraktion fehlen (noch) – aber es gibt ja “dieses Internet” – weltweit.

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