Bertelsmann und die Gesundheitsindustrie

Von , am Montag, 5. August 2019, in Medien, Politik.

mit Update 8.8.
Noch ein Nachschlag zu dieser Sauren Gurke des diesjährigen Sommerlochs. Albrecht Goeschel und Markus Steinmetz/telepolis sind nicht nur Experten für bayrische Landesgeschichte, sondern auch für die Interessenverbindungen in der deutschen Gesundheitsindustrie. Wie es in Deutschland Tradition ist, hat das Grosskapital hier mit durchdachtem Interesse sozialdemokratische Akteur*inn*en in der Krankenkassenbürokratie und Publizistik inkorporiert, um möglichst wenig Widerstandsgeräusche auszulösen. Mit der von Bertelsmann professionell orchestrierten Sommerlochkampagne zur Schliessung vieler hundert Krankenhäuser ist das bisher leidlich gelungen. Wenn Bertelsmann selbst das nicht mehr könnte, wäre dem Konzern wohl nur noch kurzes Überleben vergönnt.
Goeschel und Steinmetz sparen viel Erregung ein, und ersetzen sie durch Rechnen: betriebswirtschaftlich, volkswirtschaftlich, Raten für Profit und Rendite versus die Interessen derer, die versorgt werden wollen.
Am Ende wird sich wie immer in der Politik entscheiden, wer seine Interessen besonders wirkungsvoll zur Geltung sind. Nur so viel ist sicher: sie sind gegensätzlich.
Update 8.8.: Zu den Interessenkonflikten um den ARD/WDR-Film haben die telepolis-Kolleg*inn*en Julia Engelhard und Florian Rötzer noch einiges nachgeliefert.

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