Kämpfen lohnt sich

Von , am Donnerstag, 22. August 2019, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Linke Mehrheit in Thüringen? – Andrea Nahles – High Noon vor der Beuteverteilung: DFL
Aus dem fernen Westen sieht das überraschend aus, unklar, ob es hilft, wenn ein Wahlsieg in Sichtweite gerät. Thüringen wählt (27.10.) acht Wochen nach Brandenburg und Sachsen (1.9.). Dort werden AfD-Wahlsiege prognostiziert. Das droht den Rechten Rückenwind zu verleihen. Es könnte aber auch strategische Vernunft bei den Demokrat*inn*en verstärken. Das AfD-nahe Insa-Institut veröffentlichte heute Daten. die in Thüringen einen Linken Wahlsieg möglich erscheinen lassen. Die aktuelle rot-rot-grüne Koalition unter Führung der Linken – Ministerpräsident Ramelow und sein kluger Staatskanzleichef und Ex-Jungdemokrat Benjamin Hoff – hätte bei einem entsprechenden Wahlergebnis wieder eine knappe Parlamentsmehrheit von 46:45% gegenüber CDU und AfD; die FDP könnte wieder an der 5%-Hürde scheitern. Die Daten zeigen jedenfalls, dass sich (kluges!) Kämpfen lohnt.
Jagoda Marinic/taz schreibt von einer Veranstaltung, über die hier Ingo Arend schon berichtet hatte. Sie lernte dort Andrea Nahles kennen. Die Echte, nicht das Medienbild von ihr. Diese Andrea habe ich auch kennengelernt, und kann Marinic’ Eindrücke aus eigener Anschauung voll bestätigen. Bedauerlich, dass die SPD sie lieber abgestossen hat. Aber immerhin ist diese Frau jetzt auf dem Weg zu einem besseren Leben. Sie hat es sich aussergewöhnlich hart erarbeitet.
Michael Horeni/FAZ und Jan Christian Müller/FR geben detailreiche Einblicke in die Machtintrigen in DFL und DFB. Nicht nur der Fussballkonzern aus dem süddeutschen Raum und die Aktiengesellschaft in Dortmund können professionell Strippenziehen. In Freiburg, wo ein grüner OB der allgemeinen Zeitrechnung weit voraus schon wieder abgewählt ist, können sie das auch besonders gut. Am Ende gehts wie immer um Geld, und davon sehr viel.
Fehlerkorrektur: Ich hatte oben zu Thüringen geschrieben, es stünde 46:44%, das war falsch zusammengezählt, der Wunsch als Vater des Rechnens. Infratest-dimap bestätigt diese Konstellation für die Bundesebene: Rot-Rot-Grün – CDU/FDP/AfD stünde 46:47%. Flöge die auf 7% geschmolzene FDP raus, wäre die natürlich nur rechnerische Mehrheit klar, wenn nicht auch die schwächliche Linke genauso dahinschmilzt. Entscheidend wäre, wem ein klarer öffentlicher Diskurs gelänge. An dem fehlt es bei allen Parteien.

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