Sterbende Zeitungen: Springer / Frankreich

Von , am Dienstag, 1. Oktober 2019, in Lesebefehle, Medien.

mit Update: Osteutschland
Nach dem Einstieg des Hedgefond KKR beim Springer-Konzern geht es seinen sterbenden Zeitungen an den Kragen. 20% der Arbeitsplätze sind bedroht. Die “Welt” befindet sich schon in einer Art Todeskampf, bei Bild wird die bisher “selbstständige” Sonntagsausgabe plattgemacht. Der personifizierte Journalisten-Unhold Reichelt behält den Hut auf, alle Frauen hat er weggebissen. Und aus dem zwecklos bedruckten Papier mit wenig Buchstaben soll ein Videobetrieb werden. Den Dreck zu lesen war schon immer ein grosses Missverständnis. Lesen Sie hier Berichte der FAZ, der taz, sowie eine persönliche Impression von Ilija Trojanow/taz.
Reingefallen, ich. Voreilig wollte ich an medienpolitischen Fortschritt in Frankreich glauben. So ist es halt, wenn ich dem Weltbild der Herren Hanimann und Altwegg unkritisch folge. Stefan Brändle erklärt nämlich anhand der Besitzverhältnisse, dass es in Frankreich unabhängige Zeitungen nicht mehr gibt. Im Medienbereich ist die Revolution zurückgedreht, der (Macron-)Feudalismus wiederhergestallt. Stachel im Fleisch bleibt – vielleicht – Mediapart.
Update nachmittags: Mandy Tröger hat in den USA promoviert und aus ihrer Doktorarbeit eine deutsche Version als Buch veröffentlicht: “Pressefrühling und Profit – Wie westdeutsche Verlage 1989/1990 den Osten eroberten.”. Von beidem berichtete sie Marcus Klöckner/nachdenkseiten im Interview.

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