Klimakatastophenkabinett / Antisemitismus

Von , am Mittwoch, 30. Oktober 2019, in Lesebefehle, Politik.

Letztens in der Phönix-Runde wirkte Albrecht von Lucke, den ich schon als Grundsatzreferent fürs Bundeskanzleramt empfohlen hatte, rechtschaffen verzweifelt, angesichts des Siegeszuges der AfD bei ostdeutschen Landtagswahlen. Für Verzweiflung werden Denker*innen und Schreiber*innen aber nicht bezahlt, es ist auch intellektuell nicht hinreichend. Besser als in den Worthäppchen einer TV-Runde kann sich von Lucke immer noch in seiner Zeitschrift verständlich machen. Und ja, es stimmt mal wieder. Die vorgebliche “Mitte”, die in der Bundesregierung und ihrer Politik sichtbare Gestalt angenommen hat, ist es selbst, die den Rechten den Teppich ausrollt, und sich selbst die Luft abschnürt (und uns auch, wenn wir sie so weiter dilettieren lassen). Die, die jetzt an der Kanzlerin sägen, sind im übrigen Teil des Problems, nicht der Lösung.
Extradienst-Autor Andreas Zumach ist einer derjenigen, die sich gegen den Furor binärer Denker*innen des Antisemitismus-Vorwurfs erwehren muss (auch hier). Er tut es mit einer bewundernswerten Verbindung von Engagement und Langmut. Georg Meggle/telepolis versucht die immer unübersichtlicher werdende deutsche Debatte dazu so zu ordnen, dass auch Unbeteiligte sie vielleicht u.U. verstehen könnten. Lesen und urteilen Sie selbst – nach meinem Gefühl lohnt sich die Lektüre dieses langen Textes. Es ist ja leider wichtig. Und Unbeteiligte können schnell und überraschend zu Beteiligten werden. Das lehrt die Geschichte.

Ein Kommentar zu “Klimakatastophenkabinett / Antisemitismus

  1. Roland Appel

    Na, diese “Runde” war ja streckenweise auch schrecklich. Da gibt es Professorinnen aus Leipzig und von Akademie Tutzing, deren vorrangige “Sorge” Bodo Ramelow ist, während vom Abschneiden des Faschisten Höcke und der bedrohlichen Bereitschaft den braunen Dreck zu wählen, nur am Rande die Rede war. Der große Teil “bürgerlich-wissenschaftlichen” Problembewusstseins scheint mir mächtig und absichtlich in die falsche Richtung zu blicken.

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