Was ist los im DLF?

Von , am Donnerstag, 16. Januar 2020, in Medien.

Schon wieder eine Programmänderung bei einem brisanten Feature. Vorgestern Abend war “Mafia? – Bei uns doch nicht! – Der Siegeszug der ‘Ndrangheta im Norden” von Bernhard Pfletschinger angekündigt. Auch von diesem Autor habe ich schon einiges Gutes gehört. Sein Feature flog aus dem Programm zugunsten einer Wiederholung aus dem Vorjahr zum Mord an der maltesischen Journalistin Daphne Caruana Galizia. Nicht, dass das unwichtig wäre, es wurde ja auch bereits gesendet, und mittlerweile sind die politischen Ereignisse über ein Jahr fortgeschritten.
Ähnlich wie beim Red Bull-Konzern ist auch bei ‘Ndrangheta-Konzern einige Brisanz im Stoff, und zwar kaum verborgen. Da liegt die Spekulation nahe, dass es konfliktreiche Erörterungen zwischen Autoren, Redaktion und vor allem dem Justitiariat des Senders gibt. Immer noch besser, als wenn die Autoren hinterher wie eine heisse Kartoffel vom Sender fallengelassen werden, wie es nicht nur beim Kleinverleger Jakob Augstein, sondern auch bei grossen Sendern wie BR und WDR geschehen ist.
Was ich jedoch als zahlender Hörer erwarten kann, ist ein informativer Hinweis auf der Homepage: fällt der Beitrag ganz aus, oder ist er verschoben? Auf wann? Und warum? Warum berichten Sie nicht freiwillig, wenn sie noch Probleme zu lösen haben? Müssen sie erst durchsickern? Und dann unkontrolliert? Was ist das für eine Krisenkommunikation?
Es ist eine klassische Führungsaufgabe, dass verschiedene wichtige Abteilungen eines Senders nicht gegeneinander sondern miteinander arbeiten. Der eine Fall ereignete sich im Berliner Haus, der andere in Köln – sie haben also ein gemeinsames Problem? In der Spitze? Herr Raue (Intendant), Herr Weber (Programmdirektor), Frau Wentzien (Chefredakteurin), warum so still? Übernehmen Sie!

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