Sind Sie (noch) Spiegel-Leser*in? War ich noch nie (des gedruckten). Und jetzt wieder froh um gesparte Zeit und Geld. Antonia Baum hat sich für uebermedien die jüngste Titelgeschichte vorgenommen, die sich, wenig überraschend, als weiteres Krisensymptom entpuppt. Auch die Leser*innen*kommentare unter Baums Text geben sachdienliche Hinweise – nur falls Sie es überhaupt wissen wollen.
Wichtiger ist vielleicht, dass die in meinen Kreisen als “Lügenblatt” bezeichnete Boulevardzeitung aus dem mittlerweile von einem US-amerikanischen Investor (KKR) beherrschten Springerkonzern eine Nachricht verbreitet, die nach meinen persönlichen Erkundungen sogar wahr ist: es gibt Meinungsumfragen, in denen Bernie Sanders im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur für die US-Demokraten in den Bundesstaaten Iowa, New Hampshire und Kalifornien vorne liegt. Es ist also Panik angesagt. Denn Sanders war nicht nur herzkrank, wie einst auch Bundeskanzler Helmut Schmidt, sondern bekennt sich im Gegensatz zu dem auch öffentlich – in den USA! – als leibhaftiger Sozialist. Folgerichtig wurde nun eine Initiative gegründet, die ihm “Antisemitismus” nachweisen soll. Die erste Vorwahl ist schon nächste Woche in Iowa. Nur ein kleiner Bundesstaat, aber durch seine Alleinstellung als erster Termin mit grosser Ausstrahlung und Dynamikpotenzial für die Folgetermine.
Richard Gutjahr ist ein Kollege, den ich für sein journalistisches Schaffen auf Ballhöhe von Politik und Technologien und seine multimedialen Talente bewundert habe. Nun wird er für mich wieder zu einem normalen Menschen. Er muss halt sich und eine Familie ernähren. Und schlüpft auf dem kapitalbeladenen Dampfer des Windmachers Gabor Steingard unter. Ob auf so einer Verbindung ein Segen liegt, grösster Kapitalgeber Steingards ist o.g. Springerkonzern, neige ich zu bezweifeln.