Revolutionen und -tiönchen

Von , am Montag, 10. Februar 2020, in Lesebefehle, Politik.

Kurzer Vergleich von CDU-Deutschland, Irland und … Sudan
Ich will mich mal von Klein nach Gross durcharbeiten. AKK gibt klein bei. Ihrer Körpersprache war das schon an ihren ersten Berliner Tagen anzusehen. Nichts wie weg, das ist nicht ihre Welt. Immerhin das habe ich mit der Dame gemeinsam. Stefan Reinecke, trommelt sich nun heftig auf die Brust und fordert Merkels Rücktritt. Eine Art von klandestinem Kommentarismus. Denn worauf er damit hinaus will, verrät er nicht – und damit sein sonst doch viel anspruchsvolleres journalistisches Niveau. Will er damit die heutige Mittepartei Die Grünen nach links ziehen? Ein Motiv, das ich teilen würde. Dafür ist aber offener Diskurs erforderlich, statt Verschwörungsgehabe. Die modernen Rechten lachen darüber.
Ausgerechnet in Irland, vor 100 Jahren noch Auswanderungsland wg. Hungersnöten, heute asoziale Steueroase, nehmen die Wähler*innen die Zukunft an, schneller als ihre politische Klasse. FAZ-Kommentatorin Gina Thomas ist sichtlich irritiert, aber bei weitem nicht so desorientiert wie ihre Heimatalphajournalisten.
All das ist Jammern auf verwöhntem europäischem Niveau im Vergleich zum Sudan. Der war immerhin so gross, dass die meisten Deutschen wissen könnten, wo das Land ungefähr liegt. Wenn Sie wissen, dass der Staat sich gespalten hat, gehören Sie schon zu den Bessergebildeten. Wenn Sie sich erinnern, dass er gespalten wurde, womöglich sogar zu den kritischeren Geistern. Revolutionen sind da ja dauernd, oder? Irgendwie. Spätestens hier ist Bundesbürgers Allgemeinbildung zuende. Charlotte Wiedemann/taz ist hingereist. Mutig, wer will da schon freiwillig hin? Durchreisende aus Äthiopien, Somalia, Eritrea sehen zu, dass sie ohne Kidnapping, Erpressung und Vergewaltigung lebend und unverletzt weiterkommen, es ist schon teuer genug.

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