mit Update 13.2.
Weiter unten: Israel / Spanien
Die Medienwirtschaft liebt das politische Vakuum. Darin lassen sich nach Herzenslust Fantasien projizieren und vor allem personalisieren. dass es zwar nicht mehr für Zeitungsverkäufe, aber doch vielleicht für den einen oder anderen Klick gut ist. Darum versuche ich es hier mal mit Markus Söder. Warum?
Da sind einmal die guten Erfahrungen mit Edmund Stoiber. Nicht nur, dass er die Bundestagswahl 2002 freundlicherweise verloren hat. Heute als Rentner macht er sich sogar auf seinen alten Tage noch für Entspannungspolitik stark. Gegen so eine Schlusspointe einer Politkarriere habe ich nichts einzuwenden. Gut, Söder kann nicht CDU-Vorsitzender werden, weil er im falschen Bundesland lebt. Aber ist das wichtig? Er ist ein zuverlässig-berechenbarer Opportunist. Und anders als die meisten seiner Parteifreund*inn*en verfügt er über das Minimum an Intelligenz, um gesellschaftliche und politische (Veränderungs-)Prozesse zu verstehen – sehr zum Leidwesen seines Intimfeindes Horst Seehofer. Ich glaube sogar, dass ich privat lieber mit dem Reaktionär Seehofer als dem Opportunisten Söder befreundet wäre, vor allem wenn er mich mit seiner Modelleisenbahn spielen lassen würde. Aber von allen, mit denen die CDU droht, wäre Söder der beste Bundeskanzler(-Kandidat!). Fragen Sie mal bei den bayrischen Umweltverbänden.
Update nachmittags: warum Merz der Falsche ist, schreibt hier überzeugend und gut beobachtet Ulrike Herrmenn/taz; aber auf kluge Frauen hat die CDU jetzt ja doch mal lang genug gehört, muss doch irgendwann auch mal gut sein … Lieber Untergehen, die Demokratie vielleicht gleich ganz mitreissen, als diese anstrengende Nerverei.
Zum Fremdeln AKKs in Berlin hören Sie hier (Audio 5 Min.) Extradienst-Gastautor Günter Bannas.
Update 13.2.: hier das parallele Söder-Erlebnis von Jagoda Marinic/taz.

Datenskandal in Israel

Der Likudblock ist so eine Art wahrgewordene Verbindung von CDU und AfD in Israel. Dort ist es scheinbar sogar gesetzmässig, dass so eine Organisation über Ihre und meine Daten verfügt (wenn wir israelische Bürger*in wären). Das allein macht mich schon baff. Nicht erwartet hätte ich, dass die israelische parteigewordene Reaktion datenpolitisch ähnlich doof ist, wie wir es hierzulande vorsichtshalber auch immer voraussetzen müssen.

Spanien – Katalonien

Weil es so selten ist: im Interview mit Ralf Streck/telepolis kommt eine Fraktion der katalanischen Autonomiebewegung zu Wort. In Spanien gilt das nach herrschender Rechtsprechung als krimineller Aufruhr und separatistischer Terrorismus, der mit Gefängnisstrafen zu ahnden ist. Unter solchen Umständen frage ich mich, welche Spanier*innen überhaupt noch mitsamt ihrer Bürger*innen*rechte frei rumlaufen dürfen.