Hat das IOC die Grünen schon im Sack?

Von , am Montag, 17. Februar 2020, in Beuel & Umland, Fußball, Politik.

Bei den nächsten Wahlterminen ist eine Vermehrung grüner Regierungsbeteiligungen zu erwarten. Exekutive Fähigkeiten, die Führung komplexer Verwaltungsapparate, werden plötzlich Leuten abverlangt, die bisher nur darin geübt sind, darüber zu meckern. Learning by doing? Wie wird das ausgehen? Die immer recht gut auf sportpolitischer Ballhöhe arbeitende Sportredaktion des Deutschlandfunks versucht gegenwärtig, darüber mehr herauszufinden.
Wenig ergiebig scheint der alte Cohn-Bendit zu sein, der Zeit seines Lebens vor allem gewusst hat, sie er sich selbst optimal vermarkten kann, insofern als Charakter ein Prototyp des gegenwärtigen Neoliberalismus. Erste substanzielle Anzeichen sind dagegen bei Josefine Paul, NRW-Landtagsabgeordnete aus Münster, zu erkennen, die mich allerdings nicht beruhigen können. Sie meint auf protzige Neubauten überwiegend verzichten zu können. Schön und gut. Das IOC wird allerdings auch ihr kaum die komplizierten, die komplette Korruption regelnden Vertragsbedingungen offenlegen, wahrscheinlich noch nicht einmal lesen lassen (und wenn, dann mit Schweigegeboten, wie bei Geheimdienstunterlagen). Paul hebt richtig die Bedeutung der Infrastruktur hervor. Die ist in NRW schon im Alltag schlecht; wie soll sie einem Grossereignis genügen? Wieviele marode Turn- und Sporthallen des Breitensports würden denn vom IOC saniert? Die Bande braucht keine einzige davon, sondern nur ein paar protzige Paläste für seine fetten Sponsorenmonopole.
Seit gefühlt 50 Jahren fehlt in NRW eine schnelle vertaktete Bahnverbindung, wie sie der RRX erst werden soll. In welchem Jahr wird er fahren? Und wenn er fährt, wird er – im optimalen Fall – höchstens alltägliche Berufsverkehrserfordernisse erfüllen, jedoch kaum den Bedarf temporärer Grossereignisse. Seit den Nullerjahren gilt europaweit auf Schienen ein Vorrang für den – bekanntlich maroden – Güterverkehr. Die Infrastruktur, die daneben für den Personenverkehr erforderlich wäre, die wird in NRW auch 2036 nicht gebaut sein. Und das betrifft nur die Ballungsräume. Die infrastrukturell abkackenden ländlichen Räume sind da noch gar nicht mitgedacht.
Selbst wenn die Grünen in NRW und im Bund alle nächsten Wahlen gewinnen, werden sie es nicht schaffen, mit dem erforderlichen Tempo diese über viele neoliberale Jahrzehnte aufgelaufenen Probleme abzuarbeiten. In der Zeit, die das erfordert, werden sie eher noch 2-3mal abgewählt. So ist der realistische Lauf der Zeit.
Aus der Gesellschaft wird der Druck für solche Massnahmen kommen müssen, egal, wer gerade regiert. Und das geldaussaugende Olympia der Gross-Organisierten Kriminalität wird da gewiss nicht dabei sein. Jedenfalls wenn die Wähler*innen überhaupt gefragt werden. Aber auch das scheint den windungsreichen Ausführungen Pauls zu diesem Thema zufolge, selbst von den NRW-Grünen nicht unbedingt gesichert zu werden.

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