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Bonner Grüne wieder vorne?

WDR-Kommunalwahl-Umfrage
mit Update 3.9.
Vorsicht! Meinungsumfragen zu Kommunalwahlen waren in der Vergangenheit nie präzise. Vieles kam anders. Die Umfragefirmen, in diesem Falle Infratest-dimap “Gesellschaft für Trend- und Wahlforschung mit beschränkter Haftung” (!), die umfangreiche Dienstleistungsverträge mit der ARD unterhalten, verfügen trotz der viel kleineren Grundgesamtheit von Wähler*inne*n über weniger valide Daten, weil Aufträge zu Kommunalwahlen viel seltener erteilt und entsprechende Datenberge ermittelt werden.
Angenommen, die Zahlen der aktuellen Umfrage wären nah dran, liesse sich vieles mit einfachen Grundrechenartenkenntnissen zusammenzählen.
Das Wichtigste: die Mehrheit von OB Sridharan von 2015 ist weg. Die Grüne Kandidatin Katja Dörner schöbe sich an der SPD-Kandidatin vorbei in die Stichwahl – mit dann realistischen Siegchancen.
Im Stadtrat wären die Grünen wie schon bei der Europawahl 2019 stärkste Partei und hätten eine fast schon beängstigend freie Wahl von Koalitionsoptionen. Die von den Wähler*inne*n geliehene (!) politische Macht in dieser Stadt wäre für sie plötzlich und unorganisch so gross gewachsen, dass ich in Kenntnis der beteiligten Personen rätsele, ob und wie sie das tragen können.
Es wäre das erste Mal in der Geschichte dieser Stadt, dass ihre Bewohner*innen das Risiko wählen. Haben sie noch nie getan. Und schade, dass es keine Beueler Umfragezahlen gibt … Guido wird schon ganz heiss und kalt ;-)
Update 3.9.: Der Bonner General-Anzeiger, dessen Konzernmutter Rheinische Post die Umfrage mit in Auftrag gegeben hat, hat alle seine darauf bezogenen Texte und Meldungen hinter seiner Paywall vermauert; diese Zahlen sollen wohl nicht zu viele mitkriegen. Mein Kommentar: danke schön, jeder wie er will. Hier werden Sie ja geholfen ;-)

6 Kommentare

  1. Roland Appel

    Welche Stichwahl? Ich denke die gibt es in NRW dank Schwarz-Gelb bei Kommunalwahlen nicht mehr?

  2. Falco Weichselbaum

    Die Bonner GRÜNEN sind sehr wohl personell bestens aufgestellt. Viele neue und viele junge Gesichter dabei. Die Liste für den Stadtrat umfasst stolze 60 (abwechselnd Frauen und Männer) und die Bezirkswahllisten sind ebenso bestens bestückt.
    Ihre Information scheint demnach falsch. Aber wir können uns gerne einmal zum Gespräch treffen – Sie sind herzlich eingeladen an einem unserer zahlreichen Stände vorbeizuschauen!

    • Martin Böttger

      Lieber Falco Weichselbaum, ich zweifle nicht an der politischen Integrität der Grünen Kandidat*inn*en, ich habe sie ja selbst schon gewählt, und hier gründlich gelobt:
      https://extradienst.net/2020/03/08/gruene-jugend-staerkt-beuel/
      Dennoch lässt sich nicht abstreiten, dass unter ihnen niemand ist, die*der schon mal Boss von 5.000 Angestellten und Beamten einer Stadtverwaltung sowie städtischer Betriebe war. Und unter diesen 5.000 sind – hier mal ganz vorsichtig spekuliert – “nicht alle” Sympathisant*inn*en der Grünen und ihrer Politik. Diesbezügliche Erfahrungen müssen von gewählten Grünen erst noch gewonnen werden – nach einem mglw. übermorgen (und 2 Wochen später bei einer Stichwahl) zu erzielenden Wahlsieg. Das ist ein Risiko für alle Beteiligten. Risiko heisst: es kann auch gut ausgehen. Ist aber nicht garantiert, sondern mit sehr viel Anstrengung und Arbeit verbunden, die weit über einen kurzen Wahlkampf hinausgehen.

      • Guido Pfeiffer

        Lieber Martin,

        ja es stimmt. Aber die KandidatInnen der anderen Parteien auch nicht – außer dem Amtsinhaber, der hatte aber bei seiner Wahl diese Größenordnung auch nicht in seinem Portfolio.
        Wir hätten also nach dieser Logik nur noch AmtsinhaberInnen oder vergleichbare Biographien zu wählen. Eine ziemliche irreale Vorstellung – oder?

        Das Führen eines so großen Unternehmens oder einer Verwaltung ist nicht nur abhängig von der sogenannten fachlichen Kompetenz wie Verwaltungsrecht, Verordnungen usw. sondern auch von der Kompetenz, fähige und engagierte MitarbeiterInnen einzustellen, sie zu fördern und ihnen Verantwortung zu geben. Leitung heißt Menschen motivieren, Ziele und Rahmen vorgeben und Prozesse effizient, transparent und sicher zu gestalten.
        Herausragendes Management glänzt daher meistens damit und nicht mit manischem Fachwissen und Detailverliebtheit.
        Wer sich nur mit JaSagern/loyalen Parteigängern usw. umgibt, dem bzw. der Verwaltung unterlaufen dann Fehler, die wie Fachversagen (Vertrag falsch verhandelt, Vertrag nicht selbst gelesen, nicht verstanden o.ä.) aussehen, aber in Wirklichkeit ein Versagen beim Personalmanagement bzw. der Personalführung sind.

        Da sehe ich uns und unsere Kandidatin bestens aufgestellt und daher in der Lage diese Aufgabe zu übernehmen.

        Gruß

        Guido Pfeiffer

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