Chinapolitik / Naivität der “offenen Gesellschaft” / “Lehrenkrauss des ZDF”
Ist Vernunft eine Alterserscheinung? Für mich kann ich das zurückweisen. Ich habe mich bereits als 15-jähriger für Entspannungspolitik locken lassen, 1972 in Bonn war das, als meine Schulklasse für und mit Willy Brandt und Walter Scheel Freibier auf dem Venusberg trank. Irgendwas ist seitdem furchtbar schief gelaufen. Etwas viel. Lag es daran, dass die Mehrheit der damals lebenden Generationen selbst erlebt hatte, was Krieg ist? Heute muss Eberhard Sandschneider, mit dem niemand einer Meinung sein muss, der aber definitiv in Bezug auf China kein Ahnungsloser ist, zur bisweilen rechtsausscherenden NZZ ausweichen?
Doch, das ist ein Hinweis auf entgleiste Diskurse. Um den sorgte sich in dieser Woche auch das “Manifest der offenen Gesellschaft”. Während ich nur unbestimmt meine Allergie artikulierte, hat Ines Schwerdtner/Jacobin eine elaborierte Kritik geliefert. Was Schwerdtner nicht bedenkt, ist, dass solche Gruppen Bündnisse verschieden denkender Menschen/Gruppen/Organisationen sind, die beim Abfassen eines Textes Kompromisse schliessen (müssen). Ist es also unter dieser Voraussetzung dennoch ein nützlicher Beitrag? Könnte sein.
Ist Jochen Breyer so eine Art Lieblingsschwiegersohn seines konservativen Intendanten Bellut? Heute nacht versucht er sich am Retorten- und Milliardärsverein Hoffenheim auf dem Sendeplatz des Sportstudios. Dafür werde ich definitiv nicht wachbleiben; ich habe es gestern schon bei Böhmermann nicht geschafft (hier eine Inhaltsangabe der FR); schlafen in Beuel geht derzeit einfach zu gut. Peter Ahrens/Spiegel hat Breyers Werk schon gesehen, und attestiert ihm den Fehler, der der Filmdebütantin Lehrenkrauss die Karriere versaut haben könnte. Breyers Karriere dagegen wird fortgesetzt.