Heute und morgen ist die Gefahr familiärer Gewalttaten besonders gross, wie immer, wenn viele auf engem Raum aufeinanderhängen. Präziser formuliert: die Gefahr geht von den Männern aus, die Gefahr gilt für die Frauen und Kinder. Die #metoo-Entwicklung der letzten Jahre hat in der öffentlichen Wahrnehmung endlich ein feministisches Gegengewicht entwickelt. Im taz-Interview von Sophie Karsten berichten die Journalistinnen Ann-Katrin Müller (ehemalige Bonnerin) und Pascale Müller über ihre #metoo-Recherchen. Und verschweigen die Probleme dabei nicht. Die finden direkt nebenan statt: wenn der Nachbar seine Frau verprügelt, interessiert sich kein Medium – weil es keine Neuigkeit ist.
Merkel kann auch grausam – Scholz sowieso
dpa meldet (via FAZ), die alte – nur noch geschäftsführende – Bundesregierung habe noch ganz schnell ein Milliardenpaket Rüstungsexporte, vorwiegend nach Ägypten, beschlossen. Im Windschatten von Weihnachten wird schon niemand davon Notiz nehmen. Doch wovor haben sich die Rüstungslobbyist*inn*en der alten Regierung gefürchtet? Vor Robert Habeck, der noch im Wahlkampf einen neuen Exportmarkt in der Ukraine entdeckt hatte? Oder gar dem FDP-Finanzminister? Nein, das kann kein Ernst sein. Meine These: Olaf Scholz wollte seine ganz persönliche “Zuverlässigkeit” vor einer gewohnt präzise definierten Zielgruppe demonstrieren – egal in welcher Koalition. Das ist ihm gelungen.
Hier wurden die neuen Spielsachen sicher schon ausprobiert. Weihnachten eben.
Lassen Sie sich davon nicht den Appetit verderben. Fassen Sie lieber gute Vorsätze, was Sie im nächsten Jahr dagegen unternehmen wollen. Oder noch in diesem Jahr als Spende, bevor es das Finanzamt für neue Aufrüstungspläne kassiert.
Hier auch noch mal das Bonner Frauenhaus.

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net