In der Paywall der FAZ ist heute viel vom Einsatz der Bundeswehr in Mali die Rede. Über seine Erfolglosigkeit gibt es keinen Streit. Eher um die Frage, welche Lehren daraus zu ziehen sind. Wenn Sie wie ich nicht dazu neigen, nur für dieses eine Thema die Kassen der FAZ-Verlagsleitung mit ihren Daten (oder gar Geld) zu füllen, können Sie auch die Jungle World lesen. Die erscheint donnerstags gedruckt, und bisweilen sind ihre informativen Texte offen online zugänglich. Z.B. der von Bernhard Schmid: Barkhane unter Druck – Die französischen Truppen in der Sahelzone, die Jihadisten bekämpfen sollen, verlieren unter der Bevölkerung der Region an Zustimmung.” Wenn Sie nun, wie manche bei der FAZ, glauben, die Bundeswehr könne alles besser, als der Franzose, dann bitte sehr, schicken Sie Ihre Söhne und Töchter zur Bundeswehr, damit sie dort Gutes tun.
Es gäbe freilich eine Menge Alternativen zum Einsatz von Militär. Wer Djihadismus nachhaltig bekämpfen will, muss jungen Menschen, insbesondere delinquenten jungen Männern, Alternativen für ihre Existenzsicherung anbieten. Und nichtdelinquente junge Frauen stärker machen – wofür Militäreinsätze nachweislich das schlechteste Mittel sind.
Sozialismusgefahr in der DFL
Eine weitere exklusive Einsicht in der FAZ-Paywall lautet: “Die Kommerzialisierung des Fußballs ist gesund”. Darauf muss mann erst mal kommen. Ein gewisser Herr Blatter, für seine Familienherkunft kann der arme Mann ja nichts, hat das durch seine Arbeit bei der im chinesischen Besitz befindlichen Firma Infront herausgefunden. Chinesisch – bedarf es noch mehr Beweisen für die Sozialismus-Gefahr? Warum muss der Profisport so mit Grosskapital zugeschissen werden? Herr Blatter weiss es: “Der Profisport finanziert einen großen Teil des Breitensports, den wir alle wollen.” Ach so. “Am Ende ist es mir lieber, wenn das Geld in den Sport fließt als anderswohin.” Joo, klar, wohin sonst? Zu seinen chinesischen Eigentümern weiss Herr Blatter: “Der Wanda-Group-Chairman Wang … hat erst kürzlich einen Preis bekommen für alles, was er in China gegen die Armut gemacht hat. … Wanda unterstützt uns sehr, natürlich vor allem in China. Chairman Wang ist aber auch mehrmals nach Europa gekommen und war beim IOC, der FIFA, der UEFA. … Im Fünfjahresplan von Präsident Xi Jinping spielt Sport eine sehr wichtige Rolle. … Ich freue mich sehr auf die Spiele und hoffe, dass ich hingehen kann. Bis jetzt ist das geplant. Boykotte haben noch nie ein positives Resultat gebracht.” Aber irgendwer hat immer was zu meckern, z.B. der derangierte DFB.
Der chinesische Sozialismus ist im Weltsport also auf dem Vormarsch. Es gibt jedoch Widerstand. In einer kleinen deutschen Provinz mit Namen Westfalen. Der tapfere Marsberger Unternehmer Hans-Joachim Watzke führt ihn tapfer an. Während sein Landsmann Friedrich Merz bekanntlich weltweit für die Freiheit und gegen den Sozialismus kämpft, macht Watzke die Basisarbeit in der Deutschen Fussball-Liga (DFL). Da ist er sich dann mit den chinesischen Sozialisten doch irgendwie einig: viel Geld ist mehr wert, als wenig.
taz versteckt Küppi
Normalerweise erfahren Sie montags alles über den Freiheitskampf der falschen Borussia (“Und was machen die Borussen”), unter wahren Borussen besser bekannt als BVB, in der taz-Kolumne von Friedrich Küppersbusch. Der liefert auch immer brav sonntagsnachmittags ab, so dass er die Sonntagsspiele noch gar nicht berücksichtigen kann. Aber heute mittag war die Kolumne bei der taz online immer noch versteckt; ich habe sie trotzdem gefunden. Am besten, Sie informieren sich direkt beim Autor selbst (oops, dort auch noch nicht online).