Die BamS = “bild am sonntag” war mir immer 1. zu teuer—2. zu dick
und 3. sonntags zu familienfreundlich abgemildert -so kam es mir
jedenfalls vor —

2. die düsseldorfer ausgabe der BILD vom samstag 5. februar hat auf der
wichtigen (politischen) seite 2 oben wirksam mit bild der ministerin
FAESER — und verkleinertem beleg im hintergrund– die dickgedruckte
schlagzeile “INNENMINISTERIN FAESER SCHRIEB FÜR VERFASSUNGSFEINDLICHES
BLATT” —- verziert oben drüber mit dem quasi fachbegriff
ABGRENZUNGSPROBLEME (in himmelblau wie das kleid der ministerin)-ihr
foto trägt die beischrift “schulterschluss mit linksextremismus”

3. in frankfurt bin ich zur BILD-redaktion gegangen —-(früher) und
hab freundlich und umstandslos ältere exemplare umsonst bekommen—weil
ich sie “für meinen uni-kurs” und “die politische bildung” brauchte–

-weil es sich bei NANCY FAESER um EINE frühere hessische
SPD-vorsitzende handelt —vermute ich, dass in der frankfurter ausgabe
der BILD –durchaus noch an einem weiteren tag berichtet wurde UND
WIRD– —-

4. wer nie in den schlund der BILD hineinkuckt -ist bei zufälliger
begegnung überrascht—wie “sachlich” BILD seine “HETZE” vorträgt und
wie gut belegt—–BESONDERS wenn das zeit-geist-blatt mit
professioneller reaktion z.b. der einer etablierten partei oder des
ministeriums rechnen muss-
5. wenn du den bericht als beleg brauchst-gib mir ein zeichen –und ich
tüte ihn ein—(und ab zum briefkasten)–
6. “der gastbeitrag -der neuen SPD-innenministerin—” “im
vergangenen JULI- —“-für eine publikation der VEREINIGUNG derVERFOLGTEN des NAZI-regimes —BUND der antifaschisten (VVN/ BdA) wird
mit der einschätzung des bayrischen verfassungs-schutzes konfrontiert,
der die VVN als “die grösste linksextremistisch beeinflusste
organisation im bereich des antifaschismus” nennt —–
7. der text wird aus der “antifa”-zeitschrift verkleinert —und die
wird hochgestemmt zum “kampfblatt der DKP-vorfeld-organisation, die
bis zum untergang der DDR aus ostberlin finanziert wurde”
8. als ehemaliger “referent für politische bildung” der hessischennaturfreundejugend -(festangestellt von 1970-76– und finanziert aus
zusatzmitteln des hessischen sozialministeriums) ist mir der begriff
der “vorfeld-organisation” und das schäbige wort vom
“durchlauf-erhitzer” noch in erinnerung—
9. LIEBER MICHAEL ich beneide dich um deine authentische VVN-mutter und
deinen antifaschistischen großvater———-
obwohl ich doch auch und immerhin meinen nordhessischen SPD-“OPA
SCHRÖDER” vorweisen kann –als werk-bank-dreher am kraftwerk in
borken beschäftigt und organisiert bei der IG metal –der mir jedes
viertel jahr ein buch von der gewerkschaftseigenenn BÜCHERGILDE GUTENBERG
spendiert—-“WISSEN ist MACHT” —“der junge soll was werden und
lesen!” — und so las ich in den frühen jahren die schönen roten
bände von JACK LONDON –und den grossen gelben gedichtband von
joachim -ringelnatz—und vom kleinen detektiv kalle blomquist (wieder in rot -geschrieben -von astrid lindgren) —und “onkel toms
hütte”— SCHLUCHZ—–
10. obwohl joschka fischer und mein frühes IDOL DANNY C- B sich bald als
realpolitische opportunisten erwiesen – bin ich mit der zurechnung zu
“den frankfurter spontis” einverstanden –angeregt vom
anti-autoritären flügel des SDS—-inklusive FRITZ TEUFEL (berliner
kommune I) und auf den demos am liebsten in der nähe der “bockenheimer
real–surrealisten” (heipe weiss–melchior u.a.)—“HERAUS ZUM 2.APRIL”—
11. UND wie geht es eigentlich dem dichter und ehemaligem
karl-marx-buchhändler HARRY OBERLÄNDER?–wann erscheinen seine
“confessiones” und seine “obsessionen”? -wie der spätere kabarettist
MATTHIAS BELTZ war HO-mitglied des RK (“revolutionärer kampf”)=”beim
OPEL” in rüsselsheim, wie er der FR (frankfurter rundschau) erzählt hat–
12. angeregt von der abendroth-schule in marburg muss michael bauer das
ruinierte gepäck von walter ulbrichts DDR schultern –ob ihn dabei
die “ästhetische theorie” von georg lukacs beschwingt? -wenn er nicht
protestiert zähle ich ihn zur “traditionellen linken ”
–gewerkschafts-orientiert wie mein schulfreund volkhard mosler -der bei
der links-partei zur trotzkistischen fraktion gezählt wird (“MARX 21”)
wie ihre neue vorsitzende janine wissler jahrgang 1981 —
13. obwohl wir drei –alle jahrgang 1943- und heute 78 jahre alt in
eher klein-bürgerlichen verhältnissen in nordhessen auf dem lande
aufgewachsen sind –in “hessisch sibirien”—-mit dem HERKULES und der
“documenta” in kassel als einzigem leuchtfeuer-ca 40 kilometer
entfernt —–
-und an unseren unis -in frankfurt, marburg und göttingen -(wo volkhard
die ersten semester verbrachte und dann soziologie in frankfurt und
das IfS —ab studienbeginn 1963 alle politischen fraktionen und
richtungen zur auswahl hatten —zogs den einen—mich—-zu den
spontis- und den anderen –michael—zum “realen sozialismus” –und
volkhard zu den trotzkisten-
14. das hat hat mit unseren müttern zu tun–? —- jenseits aller
politischen orientierung-und rationalisierung?– -meine mutter war
abgrundtief misstrauisch und glaubte an nichts–weder an gott noch an
die SPD-politik in hessen —–genau wie adorno–der gegen alles
war–gegen gott und die welt—–jedenfalls in ihrem gegenwärtigen durch
ihre kapitalisierung -ruinierte struktur-
15. schade dass der protest und terrorismus-forscher WOLFGANG KRAUSHAAR
—- ebenfalls aus nordhessen und jahrgang 1948 und nur 5 jahre jünger
als wir auf meinen vorschlag nicht eingegangen ist—-als sein vater und
meine mutter noch lebten–wolfgangs jüngerer bruder ELMAR KRAUSHAAR ist
als buch- und taz-autor “der homosexuelle mann” bekannnt geworden—-wie
gerne hätte ich wolfgangs vater befragt warum seine beiden söhne so
verschieden sind –und was sie gemeinsam haben—
16. und wolfgang kraushaar hätte meine mutter das gleiche gefragt–was den
unterschied ausmacht zwischen mir und meinem jüngeren (stief)bruder -der
als pensionierter lehrer mit seiner frau in hamburg lebt —
17. es ist nichts daraus geworden—so müssen wir uns selber befragen—wenn
daran interesse besteht-
Dieser Beitrag ist der Auszug aus einer Antwort-E-Mail des Autors an seinen Freund Horst-Michael Bauer, die er üblicherweise an seinen breitgestreuten Freundeskreis z.K. gibt. Alle Links wurden von der Extradienst-Redaktion nachträglich eingefügt.

Über den/die Autor*in: Dieter Bott (Gastautor)