Blasen gibt es nicht nur in asozialen Netzwerken. Berlin, und hier lediglich die Bezirke mit Hauptstadtfunktionen (“Mitte” und die Edel-Wohnbezirke), ist eine recht analoge Blase. Ebenso Redaktionsstuben in Hamburg, Köln oder München. Die Arbeit ist dort so verdichtet, die Konkurrenz- und Seilschaftenkämpfe so intensiv, dass zu Alltagskontakten zum wahren Leben da draussen kaum Zeit bleibt. Die darin gefangen sind, sind Täter*innen und Opfer zugleich. It’s the economy, stupid!

Für Leute wie mich sind die Forsa-Ergebnisse, ermittelt für Bertelsmanns RTL/ntv überraschend positive, aber im Kern nicht sensationelle Ergebnisse: “Bürger*innen vernünftiger … als ‘ihre’ Medien”. Untergehende Reiche werden aggressiv und gefährlich, auch die deutscher Medienoligarch*inn*en.

In “Spin” geht es darum, wie und mit welchen Inhalten solche Reiche konstruiert werden. Da fliesst viel Geld und Intelligenz rein, und jede*r muss selbst entscheiden, wie gut oder schlecht der verfolgte Zweck ist. Ich zähle mich zu den Skeptiker*inne*n, weil ich an vergleichbaren Kochvorgängen lange selbst beteiligt war. Selbstverständlich immer für die gute Sache, und nie die böse.

Wie eng Gut und Böse zusammenliegen können, verdeutliche ich in “Rasierklinge” an öffentlichen Einlassungen von Johannes Varwick, dem ich persönlich zuneige, und Alexander Dubowy. Ein Versuch-und-Irrtum-Experiment, in dem der “Irrtum” tödlich enden wird – für zahllose Unschuldige.

Und nachdem wir heute Abend sehr lange mit dem Genossen Christoph Habermann, einem ehemaligen Mitarbeiter der NRW-Staatskanzlei (Ära: Johannes Rau), um deren Eroberung es jetzt im NRW-Wahlkampf geht, über die Weltlage disputiert haben, erlebte meine gute Freundin Yasemin Becker am Bonner Hauptbahnhof ein weiteres Abenteuer mit der “Wundersame Bahn XC” (die 90. Folge), und ihrer wundersamen Kommunikationsstrategie.

Et es noch emer jotjejange.

Das war der schönste Tag dieser Woche im Rheinland. Am kommenden Wochenende soll es wieder Wasser geben.

Ihnen eine gute friedliche Nacht.

Martin Böttger

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net