Brauchen Sie den Spiegel noch? Ich habe ihn noch nie gebraucht. Vor Jahrzehnten galt er mal als Leistungsspitze des deutschen Onlinejournalismus. Lang ists her. Heute fällt er mir vor allem durch lange Ladezeiten auf – überladen mit Werbung und Videospirenzken, von Popups ganz zu schweigen, das tödlichste für Kund*inn*en- und Vertrauennsbindung überhaupt. Heute hat er auch noch – erstmals – Sibylle Bergs Kolumne in seiner Paywall eingesperrt. Diese Seite werde ich von meinem Tagesprogramm streichen. Update Mitternacht: Frau Berg hat mitgeteilt, dass das Einsperren ohne ihre Zustimmung geschah. Das würde ich mal gerne von – von uns bezahlten ! – Politiker*innen (oder Intendanten) hören, die Interviews geben und Gastbeiträge schreiben (oder Reden halten), die dann von privaten Verlagskonzernen digital eingemauert werden.

Meine Blicke auf Petra Erlers Seite dagegen häufen sich, auch wenn meine Meinung gelegentlich abweicht. Aber diese Autorin ist durch ihre frühere Arbeit bei der EU weit vorgebildet und politisch erfahren. Bei Ränkespielen war sie sowohl Täterin als auch Opfer. Entscheidend ist immer wofür und wogegen. Gegen einen Dritten Weltkrieg z.B. sind wir uns einig. Auf die strategischen Gewichtsverschiebungen zwischen USA und EU hatte ich hier schon aufmerksam gemacht. Erler macht es weit gründlicher: “Die ‘unverzichtbare’ Nation und die EU-Krabbelgruppe”.

Ich hatte in der Nacht schon auf “Zwei Perlen der Vernunft” aufmerksam gemacht. Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Während ich diesen Text aufsetze ist noch offen, ob die DFB-Elf in Kürze aus Qatar heimkehren darf oder noch bleiben muss. Wenn Sie das ernsthaft interessiert, werden Sie es schon wissen, wenn dieser Text erscheint. Über Dinge, die wichtiger sind als das, dann morgen hier.

Freundliche Grüße

Martin Böttger

Über den/die Autor*in: Martin Böttger

Martin Böttger ist seit 2014 Herausgeber des Beueler-Extradienst. Sein Lebenslauf findet sich hier...
Sie können dem Autor auch via Fediverse folgen unter: @martin.boettger@extradienst.net