Mann und Frau gönnt sich ja sonst nichts …
Isabel Coixet, deren eigenes Leben eine Verfilmung wert wäre, ist die Miniserie “Sonntagsnachmittagsblues” zu verdanken. Verfügbar bis 11.9.
Obwohl: die frappierende Ähnlichkeit von Hauptdarstellerin Liv Henneguier mit einer imaginiert-jungen Coixet nährt in mir den Verdacht, dass das stellenweise märchenhafte Drehbuch auch autobiografische Elemente enthält. Beispielsweise ist es im heutigen Paris undenkbar, so problemlos wie Henneguieres “Louise” an ein WG-Zimmer in einer schönen Altbauwohnung hoch oben über Pariser Dächern zu gelangen (ohne Fahrstuhl!). Aber als Senora Coixet noch jung war, war das vielleicht möglich.
Die Stadt Paris kann diese kleine, feine Serie problemlos in ihr Stadtmarketing aufnehmen. So manche Errungenschaft von Madame Hidalgo, der kürzlich erst abgetretenen Bürgermeisterin, ist zu sehen. Viel Spass machen in erster Linie die sympathischen Protagonist*inn*en, dargestellt von der schon erwähnten Liv Henneguier, sowie Clara Bretheau (Charlie) und Théo Christine (Nelson). Der gesamte Cast ist eine Freude, also gut gewählt.
Tucholsky in Paris
Weil wir gerade bei Paris sind, sei noch eine hübsche Miniatur von Leif Karpe und Christoph Goldmann lobend erwähnt:
“Tucholsky in Frankreich – Das Glück vor der Katastrophe – Kurt Tucholsky, eine der herausragenden Figuren der intellektuellen Opposition, kehrt im April 1924 Berlin und damit Deutschland den Rücken. Sein neues Zuhause wird Paris. Von hier will er den Franzosen die Deutschen erklären, wird jedoch zum Chronisten des Weges seiner Heimat in die Katastrophe. Seine entschiedensten Werke entstehen in dieser Zeit.” Verfügbar bis 18.6.
Paris als Projektionsfläche. Für Tucho. Und für uns.
Belgien hat es raus
Wenn Sie bei Serien wahrnehmen, dass belgische Produktion beteiligt war/ist, ist mein Tipp: greifen Sie zu. So auch bei “How to kill your sister” (ZDF-Mediathek, keine Verfügbarkeitsdauer angegeben).
Komisch, aber nicht klamaukig. Lustig, amsüsant, ernst und traurig alles gleichzeitig, oder dicht hintereinander. Ich kann mich nicht erinnern, jemals so eine philosophisch ausgereifte und gleichzeitig lebensfrohe Auseinandersetzung mit dem Tod gesehen zu haben. Als Film, bzw. TV-Serie.
Alle originellen Gesichter habe ich noch nie gesehen. In der Spitzenposition des Casts Marjan De Schutter. Boah ey …
Schauen Sie eifach selbst. Sie werden es nicht bereuen.

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