Beim letzten Wochenrückblick vom 29. März ging es neben der Fortsetzung des Mailumstiegs von Google/Microsoft auch um die gekonnten Unabhängigkeitsbestrebungen der Nordamerikaner bei ihren ach so gefährlichen Routern.
Der Heise-Verlag hat das unter der Überschrift „Das US-Routerverbot und seine durchsichtige Begründung“ nochmal sehr schön aufgedröselt, lesenswert! Vor allem, was sie alles tun, um unabhängig zu sein. Da sind wir ganz und gar anders, wir liefern uns lieber stillschweigend komplett aus.
„Unabhängigkeit von Trump und Co.? Unbezahlbar!“ heißt eine Kampagne bei WEACT. Diesmal geht es nicht um den ganz normalen Datenraub, sondern konkret um unser Geld! Denn wer hätte das gedacht, Visa, Mastercard oder Paypal sind nordamerikanische Unternehmen, die allein durch unser Zahlungsverhalten mehr über uns wissen, als die Schufa. Aber nicht nur das: an jeder Transaktion verdienen sie mit. Weil das ein einträgliches Geschäft ist, greifen auch Google oder Apple in diesen Dienstleistungsmarkt für Finanzprodukte mit rein. Ganz nebenbei lassen sich diese Daten gewinnbringend für ganz andere Zwecke nutzen. Und weil die US-Behörden mit dem Cloud-Act jederzeit darauf zugreifen dürfen, ist der Sprung zu Palantir nicht wirklich weit.
Erinnert sich noch jemand an den Anfang der Sanktionen gegen Russland? Wurden die nicht vom internationalen Zahlungssystemen ausgeschlossen? Sie konnten sich helfen, sie waren weniger auf Dienstleister der Vereinigten Staaten angewiesen. Bei der Gelegenheit dürfte uns die Luft ausgehen, ob technische Fehler die Rechenzentren abkoppeln oder vielleicht ein Cyberangriff den Zahlungsverkehr lähmt, sind Varianten, morgen mit einer nutzlosen Plastikkarte an der Tankstelle zu stehen. Was passiert, wenn Trump mal wieder eine Drohung ausstößt und uns Europa ein paar Tage/Wochen zahlungsunfähig machen möchte? Wir stehen in allen Fällen im Regen.
Die Aktion von WEACT greift diese Szenarien auf, fordert von Bundesregierung/Europaparlament umzudenken und sammelt Unterschriften, hier nochmal. Auch wenn es nicht sofort greift, scheint es von Bedeutung, diese Gefahr zu kennen – also lieber die EC-Karte zücken oder Wero , anstatt Paypal wo immer es geht zu bevorzugen. (Bargeld geht natürlich auch…)
Unabhängigkeit ist nicht immer einfach, zumindest müssen Alternativen geschaffen und breit genutzt werden – und da wären wir bei dem, was wir selbst machen können: Mail/Kalender/Adressbuch wieder unter eigene Kontrolle zu bringen. Damit geht es am Sonntag weiter, der Digitale Wochenrückblick vom 5. April trägt den Zusatz „Showdown“ – und es ist wieder der erste Sonntag im Monat, also di.day – das steht für Digital Independence Day!
Dranbleiben… dann wirds auch was!

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