Wie es am Sonntag zu dem Wahlergebnis kommt – und noch ein “Foto wie Laschet” von den Verantwortlichen
Gucken Sie mal das Bild (dpa). Und wieder drängt sich die Frage auf: unberatbar? Ich erinnere mich, wie intelligent die verglühten grünen Regierungsstars Baerbock und Habeck ihre Bilder professionell kontrolliert haben. Und der Kanzler ist zu dumm dazu? Um das Bild herum dieser Teaser-Text (keine Sorge, der eigentliche Text ist von der SWMH eingemauert, also politisch gefahrlos):
Alex Rühle/SZ: “Und der Kanzler schaut Tennis in der Sonne – Friedrich Merz, nebst Gattin als Zuschauer in Wimbledon, schützt sich mit einem Panamahut. Mike Egerton/dpa – Friedrich Merz schweigt immer noch zu den mehr als 16 000 Hitzetoten dieses Sommers. Seine Regierung wickelt den Klimaschutz ab, statt ihn voranzutreiben. Über eine politische Katastrophe.”
Zur publizistischen Herstellung dieser Katastrophe trägt René Martens/MDR-Altpapier erhellende Fakten bei:
“Jene, die mit obsessiver Beharrlichkeit darauf hinarbeiten, dass dieser Planet möglichst schnell menschheitsfrei wird”
“Die Dolchstoßlegende der Verbrenner-Fans – Eine merkwürdige Zusammenfassung einer fragwürdigen Studie zu E-Autos dient den üblichen Verdächtigen als Munition für ihren Kreuzzug gegen die Klimastrategie der EU.”
Wer muss sich angesichts solcher (immer noch funktionierender) Verdummungsstrategien dann noch über die kommenden Landtagswahlergebnisse wundern? Ein mobilisierendes Politikangebot für die Selbst- und Mitdenkenden ist kaum auszumachen. Entsprechend kompliziert ist die demokratische Aufgabe für Journalist*inn*en, die ihren guten Willen zu Fairness und Aufklärung noch nicht an der Garderobe abgegeben haben. Mit sehr grossem Interesse habe ich das nun erst paywallfrei gewordene Interview von Annika Schneider/uebermedien gelesen. Gerne hätte ich sie mal in unserem Edeka getroffen, als sie noch hier um die Ecke wohnte. Wo sind nur all die Medienstars, die ihr journalistisch das Wasser reichen können?
“Interview: Marc Rath über die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: ‘Ich ärgere mich heute noch, dass ich damals nicht einfach mit den Menschen geredet habe’ – Vor Jahren entschied der Journalist Marc Rath, nicht zu den Pegida-Protesten nach Dresden zu fahren. Heute bereut er, nicht dort gewesen zu sein. Später hätten auch seine Zeitungen zum Aufstieg der AfD beigetragen, glaubt der heutige Chefredakteur der ‘Volksstimme’ und der ‘Mitteldeutschen Zeitung’ in Sachsen-Anhalt. Was heißt das für die Berichterstattung vor der Wahl am 6. September?”
Journalismus, der real existierende Widersprüchlichkeit erfasst. Keine eindeutige Antwort, sondern Stoff zum politischen Grübeln. Das ist mehr als “Sagen, was ist”, und ein intellektueller Gewinn für Lesende. Danke.
Übrigens: heute Abend 19.45 h wieder “Klima vor 8” auf Tagesschau24.
Übrigens II: in Beuel haben wir nicht übersehen, was nicht vergessen werden kann. Peter Nowak/Untergrundblättle.ch weist auf ein neues Buch zu einem alten Fall hin: “Margot Overath: Verbrannt in der Polizeizelle – Oury Jalloh, die Geschichte eines ungeklärten Todes – Die Journalistin Margot Overath hat in einem Buch beschrieben, wie staatliche Stellen die Aufklärung verhinderten.” Das Buch gibt es hier.

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