Beueler-Extradienst

Meldungen und Meinungen aus Beuel und der Welt

Kategorie: Gesundheitspolitik (Seite 10 von 41)

Die Welt wird besser

Und der Digitalisierungs-Fortschritt der taz ist eine Schnecke

Mehrmals täglich, jedes Mal, wenn mir der Deutschlandfunk zu rechts wird, also öfters, schalte ich im Alltag auf “Cosmo” um, das ehemalige “Funkhaus Europa” des WDR. Leider ist das einst aufregend-spannende Musikprogramm auch dort fast komplett glattgebügelt worden. Aber das Programm bietet Sicherheit vor dem allgemein vorherrschenden rassistischen Gehetze. Weil ich auf diese Weise Stammhörer geblieben bin, habe ich schon mehrmals auf die dort gepflegten Daily Good News hingewiesen. Nun hat einer der wenigen verbliebenen Lichtblicke in der taz-Redaktion, Christian Jakob, die politische Relevanz dieses Agendasettings gewürdigt. Weiterlesen

Der “Markt” ist das Problem

Im FAZ-Wissenschaftsteil (mit Safari eingemauert, mit Firefox paywallfrei) berichtet ein Oliver Weber über eine Tagung: Warum sehen wir den Pfadwechsel mit Unwillen? – Hier endet der lange Weg nach Westen: Zwei junge Politikwissenschaftler holen mit prominenten Rednern aus Amerika und Großbritannien die Debatte über den Postliberalismus in die Mitte Deutschlands.” Warum ist die “liberale Demokratie” in der Sackgasse? Eine berechtigte Frage, der sich ein neuer Denkpanzer angenommen hat. Wie eine Tagung in der Gegenwart – jedenfalls diesem FAZ-Bericht zufolge – ohne die Erwähnung der asozialen Konzernnetzwerktechnologien, die die menschliche Kommunikation völlig unkontrolliert neu konfigurieren, auskommt? Das weiss ich auch nicht. Sie hätten es dann auch seinlassen können. Weiterlesen

ePA 3.0 – kommt auch für Kinder!

Der elektronischen Patientenakte ePA  zu widersprechen hatte ich angeregt, nur was ist mit Kindern?

Wenn seitens der Eltern oder Erziehungsberechtigten nichts getan wird, sind die Kinder automatisch erfasst und die Kinderärzte sogar verpflichtet, in die ePA auch hochsensible Daten einzupflegen. Der Bundesverband die Kinderärzte (BVKJ) sieht eine Vielzahl von ungeklärten Fragen, auf die seitens der Politik nichts geantwortet wurde. Weiterlesen

Beschissene Zustände

ÖPNV — Würdelos und unhygienisch: Zum Welttoilettentag prangert ver.di die unhaltbaren Zustände für Bus- und Bahnfahrpersonal an und vergibt symbolische „Auszeichnungen“ an die schlimmsten Toiletten Deutschlands

Für Büroangestellte ist es meist nur ein kurzer Gang den Flur hinunter zur Toilette, andere Beschäftigte ­finden eine an den Pausenraum angrenzende hygienische Einrichtung. Doch in einigen Berufen sieht die Realität ganz anders aus. Weiterlesen

Es ist eine Zumutung:

Wahlkampf + Weihnachten = die Christen lügen verschärft. Wir müssen feiern und uns gleichzeitig überlegen, wen wir demnächst wählen. Das nennt man Überforderung…
Wie man so hört, ist Wahlkampf für Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfer die schönste Zeit des Jahres: In einer ekstatisch jubelnden Volksmenge baden, das Schlaraffenland beschwören, sich am eigenen Ego berauschen, die Konkurrenz beschimpfen und genussvoll nach unten treten – das macht Laune … Weiterlesen

Der Allesmacher

Ausbildung Pflege — Enorme Verantwortung, ständiger Zeitdruck und der Anspruch, allem und allen gerecht zu werden – das ist nicht nur Rodneys Arbeitsalltag als Pflegeazubi

Rodney Schalk läuft die Stufen zum Bahnsteig hinunter. Im Schein der Bahnhofs­lampen stehen die Wartenden, Mützen und Kapuzen tief ins Gesicht gezogen, um sich vor dem eisigen Wind zu schützen. Die ­Anzeige am Bahnsteig zeigt 5 Uhr 04, als die S-Bahn einfährt. Rodney lässt sich auf den Sitz fallen. Weiterlesen

Wie wir denken, dass er ist

Am 16. November 2024 fand im Haus der Kultur die Bonner Buchmesse Migration statt. Der VS, der Verband der Schriftstellerinnen und Schriftsteller veranstaltete im Rahmen der Buchmesse eine Lesung durch acht Autorinnen und Autoren. Darunter Joshua Clausnitzer, Rainer Maria Gassen, Harald Gesterkamp, Monika Littau, Klaus Vater.

Gelesen wurde unter dem Titel: „Als die Demokratie verloren ging. Blick nach vorn, Blick zurück.“ Der Beitrag von Klaus Vater mit Einverständnis des Autors im Wortlaut:

Weiterlesen

Die ePA kommt!

Holt einen Kübel, einen großen Kübel!

Sicherheitshalber! Denn das, was jetzt kommt, wirkt bei Kassenpatienten nur in eine Richtung. Wer nicht leiden will (also zu Ende lesen), der klickt auf diesen Link  füllt es aus und schickt es seiner Krankenkasse. Privatpatienten werden – wie immer – bevorzugt behandelt und müssen gar nichts tun. Die können weiterlesen und amüsiert zusehen, wie den Kassenpatienten ein Würgreiz überkommt, der kaum zu unterdrücken sein wird, weil sie kräftig draufzahlen – müssen. Weiterlesen

Wenn das mal gutgeht

E-AKTE — Anfang kommenden Jahres sollen alle gesetzlich Versicherten die elektronische Patientenakte bekommen

Vor über 20 Jahren brachte das Gesundheitsministerium die elektronische Patientenakte (ePA) auf den Weg. Seit 2021 können Krankenkassenmitglieder sie beantragen, doch nur etwa ein Prozent der gesetzlich Versicherten haben das bisher getan. Anfang kommenden Jahres sollen nun alle 73 Millionen Mitglieder mit der ePA ausgestattet werden, wenn sie nicht binnen sechs Wochen widersprechen. In der ePA werden Diagnosen, Rönt­genbilder und Medikamentenlisten ­gespeichert. Das vermeidet Doppeluntersuchungen. Auch wissen Krankenhausärzte dann sofort Bescheid über Vorerkrankungen oder Unverträglichkeiten. Laut McKinsey lassen sich mit Hilfe der ePA sieben Milliarden Euro im deutschen Gesundheitssystem sparen. Soweit der Plan. Weiterlesen

„Ich habe keine Wahl“

Asyldrama — Der Fachkrankenpflegerin Farah Hareb aus Hannover droht seit Jahrzehnten die Abschiebung aus Deutschland. Jetzt muss sie in den Krieg reisen, um endlich in Sicherheit leben zu können

Farah Hareb muss in den Libanon reisen, trotz des Krieges. Und das so schnell wie möglich. „Ich habe keine Wahl“, sagt die Fachkrankenpflegerin für Anästhesie- und Intensivpflege, die an der Medizi­nischen Hochschule Hannover (MHH) ­arbeitet. „Nur wenn ich beweise, dass ich im Libanon geboren bin, können meine Familie und ich endlich in Sicherheit leben. Und dafür brauche ich amtliche Dokumente, die ich nur in Beirut bekommen kann.“ Weiterlesen

Sie merken nichts

Die schmerzfreien Agendasetter*innen da hinten in Berlin-Mitte (und anderswo)

Die Mehrheit der Menschen ist an Kriegführung nicht interessiert. Sie hat andere Sorgen. In Medienbetrieben ist es umgekehrt: (Massen-)Mord, Totschlag, Sex geht immer; ohne das ist ein Medium vom Tod bedroht. Das Publikum frisst das giftige Zeug. Immerhin kann es sich so selbst versichern, dass die eigene Lage immer noch besser ist, als die Anderer. Aber sie ist nicht gut. Und sie wird nicht besser. Aber wen interessiert das? Wenn das Publikum in die Medien blickt, denkt es: keine*n interessiert das. Weiterlesen

„Wir haben viele Feinde“

Kolumbien — Die Gewerkschafterin Yesika Rocha über die Gefahr der Abwerbung von Pflegekräften, das kolumbianische Gesundheitssystem und Attentate auf Gewerkschafter

Die Bundesregierung will im Rahmen einer Migrationskooperation medizinische Fachkräfte aus Kolumbien anwerben. Was hältst Du von dem Vorhaben?

Natürlich denken in Kolumbien viele Ärzte oder Krankenpfleger darüber nach, ins Ausland zu gehen, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern, ihre Familien zu unterstützen oder sich weiterzuentwickeln, und ich wünsche allen dabei das Beste. Schön wäre es, wenn es bei diesem Abkommen um Austausch gehen würde – also auch deutsche Fachkräfte nach Kolumbien kommen. Aber so ist es nicht. Wir haben in Kolumbien wegen der niedrigen Löhne bereits heute das Problem, dass viele gut ausgebildete Leute im Gesundheitssektor das Land verlassen. Die Vereinbarung mit Deutschland wird das noch einmal verstärken. Weiterlesen

“Großes Glück”

Teilhabe- und Inklusionsdienste — Eine Persönliche Assistenz ermöglicht, dass Menschen mit Behinderungen so selbstbestimmt wie möglich in ihren eigenen vier Wänden wohnen können. Leena und Michael können das bestätigen: Sie wären aufgeschmissen ohne ihre Assistenten

Neulich waren sie zusammen in Schloss Sanssouci in Potsdam. Ruckzuck steuert Leena Reikowski ihren Rollstuhl per Joystick ins Wohnzimmer, nimmt ihr Handy vom Schreibtisch und scrollt durch ihre Fotos bei Instagram: Im Schlosspark lacht sie im rosa Shirt glücklich in die Kamera. Sie fährt auch gerne an die Spree oder geht zu Eishockeyspielen. Und heute? Hm, Leena Reikowski überlegt und beschließt: Pommes essen an der Schönhauser Allee! Andrea Abu sitzt am Küchentisch, breitet die Arme aus und lacht: “Ich bin die Persönliche Assistenz. Ich mache, was Leena sagt. Ganz klar.” Die Assistentin tippt auf ihr Handy, checkt, wie sie am besten mit der Tram hinkommen. Mist, eine Baustelle. Also doch lieber in den Bürgerpark um die Ecke. Weiterlesen

Leben säen

Kolumbiens neue Drogenpolitik

Der neue Ansatz soll Kleinbäuer*innen ermöglichen, statt Koka in Zukunft andere Pflanzen anzubauen. Das ist der Kern der neuen Strategie zur Bekämpfung des Drogenhandels, die die progressive Regierung von Gustavo Petro in Kolumbien im Oktober 2023 verabschiedete. Zum ersten Mal hatten auch betroffene Gemeinden mit am Verhandlungstisch gesessen. Schließlich muss es sich lohnen, in den vier Säcken, die auf den Pferdesattel passen, künftig Kakao zu transportieren statt Kokapaste. Ein Jahr nach der Verabschiedung wagt unser Autor eine kritische Zwischenbilanz: Was kann eine nationale Strategie in Kolumbien überhaupt bewirken, wenn in Europa weiter die Geschäfte blühen? Weiterlesen

Ein sicherer Hafen für Narcos

Uruguay im internationalen Drogenhandel

Ende August wurden zwei spektakuläre Drogen­funde in europäischen Häfen gemeldet. Erst wurden in Spanien vier Tonnen Kokain beschlagnahmt, wenige Tage später 3,6 Tonnen in Portugal. Beide Fälle verbindet, dass die Drogen über den Hafen von Montevideo über den Atlantik verschifft wurden. Die Funde belegen einmal mehr, dass Uruguay für den internationalen Drogenhandel immer bedeutender wird. Wobei das Land bereits davor für dessen Geschäfte wichtig war, allerdings in anderer Hinsicht: als ein sicherer Hafen für die erzielten Gewinne. Weiterlesen

Neues aus der Unterwelt

Interview: Wie sich illegale Ökonomien verändern

In Europa wird so viel gekokst wie noch nie, in Berliner Clubs haben Dealer alle paar Monate eine neue synthetische Droge im Angebot. Schlagzeilen über Schießereien in Rotterdam und Hamburg lesen sich so, wie sie lange nur aus Lateinamerika bekannt waren. Das ist nur konsequent: Wo viel zu holen ist, drängen viele auf den Markt – so lange, bis sich Monopole bilden. Daniel Brombacher untersucht die aktuellen Dynamiken. Weiterlesen

Illegale Ökonomien

It‘s the economy, stupid! Es ist die Wirtschaft, Dummkopf! Keine Sorge, die ilas sind nicht plötzlich Bill Clinton-Fans geworden. Der gewann mit diesem Spruch 1992 die US-Präsidentschaftswahlen. Aber seine Erkenntnis hilft. Zu oft stellen wir uns unter Organisierter Kriminalität Gangsterbosse, Schießereien und Bling Bling vor (danke, Netflix!). Aber um Narco-Strukturen zu verstehen, brauchen wir auch schnöde Zahlen. Schließlich geht es hier um einen Markt. Weiterlesen

Kapitalismus dreht frei

Das kriminelle Wettgeschäft – darauf ist wahrscheinlich sogar Donald Trump neidisch

Nach deren Pfeife tanzt der Profifussball (der Herren), und die zahlenden eingebetteten Medien tanzen mit. Sie bringen immer neue Geschäftsmodelle hervor. Investoren kaufen verschuldeten Wettern, die sich teure Jurist*inn*en nicht leisten können, zum Billigtarif ihre Forderungen ab, und beschäftigen in den darauf folgenden Prozessen den Rechtsstaat. Was macht eigentlich die bei der Legalisierung der Sportwetten unter den deutschen Bundesländern federführende Staatskanzlei Schleswig-Holstein so den ganzen Tag? Weiterlesen

Ein Anarchistischer Best-Ager

(Befindlichkeitsstatement)

Wir nehmen den Verfasser dieses Textes mal in Augenschein:
Das Haar ist weiß bis gräulich und vor allem schütter. Die Kopfhaut scheint durch. Der Blick durch die Sehhilfe ist häufig abwesend oder verzweifelt, vor allem, wenn er die Sehhilfe, die er sich auf die Stirn geschoben hat, in der ganzen Wohnung sucht. In den Nasenlöchern befindet sich die Nasenbrille – zwei Düsen pusten Atemhilfe aus dem Sauerstoffgerät ins Riechorgan. Am Nasensteg hängt gern ein Tropfen, vermutlich Gehirnflüssigkeit. Wenn er den Tropfen wegputzen will, muss er die Nasenbrille bis an die Nasenwurzel hochschieben. Dadurch verrutscht die Sehhilfe. Dann kann er sie nicht suchen. Weiterlesen

Amazon & Co verdrängen ärztliche Versorgung

Eine Hausärztin in Sorge: Wie Amazon & Co die ärztliche Versorgung verdrängen wollen – Unsere Autorin warnt: Die zunehmende Kommerzialisierung des Gesundheitswesens gefährdet die Patientenversorgung.

Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen. Das mag für viele Ereignisse des Lebens zutreffen. Aber wenn Geschehnisse passieren, die Selbstverständlichkeiten vom Fuß auf den Kopf stellen und schwerwiegende existentielle Bedrohungen mit sich bringen, darf man sie nicht schweigend und duldend zur Kenntnis nehmen. Es ist der Zeitpunkt gekommen, sich ihnen zu stellen. Ich spreche von den Veränderungen im deutschen Gesundheitswesen. Weiterlesen

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Beueler-Extradienst | Impressum | Datenschutz

Theme von Anders NorénHoch ↑