Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Real

Real / Epstein-Abgrund / Bremen

Irgendwie still ist es um “Russland-Sanktionen” geworden. FĂŒr ein taugliches Mittel der Politik halte ich sie nicht. Oder zu ihrem Sortiment mĂŒssten auch “positive Sanktionen” gehören: ich biete dir diesen oder jenen Vorteil an, wenn du dieses oder jenes tust. Was am Ende im Idealfall zu einem beiderseitigen Vorteil ist. In Wahrheit handelt es sich bei dieser Debatte aber um Überproduktion von Ideologie, aufbauend auf alten und veralteten Klischees. Rationale Strategiedebatten werden lieber nichtöffentlich gefĂŒhrt, um das Publikum nicht unnötig mit Fakten zu verwirren und zu beunruhigen. Z.B. beim Verkauf der Kaufhauskette Real durch den Metro-Konzern.Weiterlesen…

Faschisten sagen Classico ab

Und NRW fÀllt auf Mafiaclan herein
Dass es so einfach ist … Der spanische Ligachef ist ein bekennender AnhĂ€nger der rechten Vox; die stehen noch rechts von der korrupten PP, die sich ihrerseits nie von Franco-Faschismus gereinigt hat. Und dieser Wicht hat den Classico, der am kommenden Wochenende mittags in Barcelona hĂ€tte ausgespielt werden sollen, abgesagt. Das wichtigste Spiel des Jahres, in Deutschland ragt nur S04-BVB (ebenfalls nĂ€chsten Samstag, 15.30 h) daran heran. Der Classico wird allerdings weltweit von der einen oder anderen Milliarde Menschen mehr geguckt. Die mittĂ€gliche Anstosszeit in Spanien wurde nicht aus Kinderfreundlichkeit gewĂ€hlt,Weiterlesen…

Kaderprobleme der Borussias – WM-fieberfrei

Zuerst das Wichtige.
Nach der schlechten RĂŒckrunde hat Max Eberl bei Borussia Mönchengladbach einiges zu tun. Wie schön, dass er dafĂŒr Ruhe hat, im Schatten des Windes, ja der StĂŒrme, um andere Ereignisse. Nur Bonner Medien, die GA-Besitzerin Rheinische Post und der Express könnten dabei stören. Aber die hat er sich in Mönchengladbach gut erzogen: ab und zu ein Leckerli, und ansonsten Ruhe halten.
Eberl ist schon einige Probleme losgeworden – wie anders beim BVB in Dortmund, vor allem mit viel mehr Nullen. Weiterlesen…

Offenbarungseid der Bundesliga

Die Bundesliga ist so langweilig, dass der in Bayern eingewanderte Westfale Rummenigge sie jetzt fĂŒr Kapitalinvestoren aus aller Welt öffnen will. FĂŒr sich selbst sieht er dabei keine Gefahr, weil in seiner Vereinssatzung dafĂŒr eine 70%-Mehrheit erforderlich wĂ€re, er sich also fĂŒr ausreichend geschĂŒtzt hĂ€lt. Aber wenn die Konkurrenz mehr Kohle hĂ€tte, wĂ€ren Spiele seines Vereins vielleicht wieder interessanter anzusehen. Denn auffĂ€llig ist seit einiger Zeit: so wie die TV-Einnahmen sprudeln, gehen die Zuschauerzahlen bei den meisten Mittelklassevereinen zurĂŒck. Die Konzernvereine von VW, Bayer, SAP usw. kriegen ihre Mini-Stadien kaum noch voll. Das ist zwar finanziell mittlerweile egal – aber leider auch langweilig.

Das war in Dortmund, der Herzkammer der Sozialdemokratie, anders. Dort steht im Westfalenstadion die grösste StehtribĂŒne Europas fĂŒr allein 25.000 Zuschauer*innen – die 55.000 andern auf den teureren SitzplĂ€tzen finden das immer wieder ein Ereignis, auch wenn auf dem Rasen gerade nichts Sehenswertes lĂ€uft. Gestern war das auf dem Rasen aber so erschreckend,Weiterlesen…

Weltklasse von anderen? Interessiert uns nicht

Wie abgeschnitten vom Rest der Welt unsere Öffentlichkeit gehalten wird, wie borniert und arm hiesige Medien arbeiten, das war am gestrigen Champions-League-Abend zu studieren. Was wĂŒrden wir von der Welt mitkriegen, wenn wir unsere Einwanderer*innen nicht hĂ€tten?

Nachdem in der Vorwoche das vorgezogene Oligarchen-Finale der CL (jeweils Hinspiele) zwischen Real und PSG absolvierte wurde, trafen gestern Abend die zwei profiliertesten globalen Fussballschulen aufeinander: Barca gastierte bei Abramowitschs Chelsea, trainiert vom Chefdozenten des modernen Catenaccio Antonio Conte.
Deutsche Medien hatten offensichtlich weder Zeit noch Geld, Berichterstatter*innen dorthin zu entsenden. In Bonn rettete uns Pepe in Dottendorf, wo Barca-Spiele zuverlÀssig von spanischen TV-Sendern empfangen und geguckt werden können.

Danial Montazeri lieferte gestern in einem Sp-on-Vorbericht eine exzellente Analyse des aktuellen Barca-FussballsWeiterlesen…

Heute: Champions-League-Finale (ZDF)

Ein letztes Mal im ZDF: die Champions-League. Es gibt ja nichts Störenderes im Fussballentertainment, als seine unberechenbaren Überreste an Sport. Man weiss nicht, wie es ausgeht, keine Planungssicherheit. Das scheue Reh Kapital hat seine Scheu dennoch abgelegt. Der Vergleich “Wer hat den LĂ€ngsten?” findet bereits im Achtelfinale der letzten 16 statt, im vorgezogenen Oligarchen-Finale (Hinspiel): Real Madrid gegen Paris Saint Germain. Das ist neben dem Sport das zweitlĂ€stigste: dass immer noch ausgelost, statt wie in Kapitalkreisen ĂŒblich, ausgehandelt wird. Die Angestellten und SteuerbetrĂŒger Cristiano Ronaldo und Neymar haben also noch einen Rest an Einfluss darauf, wer ausscheidet und wer eine Runde weiterkommt.

Das Schöne fĂŒr unsereinen: wer auch immer von beiden verliert, es ist verdient.Weiterlesen…

3:0 fĂŒr Katalonien

FĂŒr den TV-Markt in China wurde das spektakulĂ€rste Fussballspiel der Welt heute fÜr 13 h MEZ in Madrid angesetzt. Und es nahm einen noch klareren Ausgang als die katalanische Parlamentswahl. Der “königliche” Klub wurde gemĂ€ss aller Fussball-Lehrbuchregeln gedemĂŒtigt. Wie es sich fĂŒr unsere “Leitkultur” gehört, lieferte der deutsche Barca-Torwart, ehemalige Borussia-Mönchengladbach-SchĂŒler und zukĂŒnftige WM-Torwart Marc-Andre ter Stegen den Gipfel dieser DemĂŒtigung: beim Stande von 2:0 bekam er einen RĂŒckpass von der Mittellinie, kein Real-Spieler lief ihn an, also blieb er mit Ball stehen – und hĂ€tte sich dabei in Ruhe eine Zigarre anzĂŒnden können.
AuffĂ€llig die zahlreichen Aufrufe zum Aufruhr, gemĂ€ss der hierzulande als rechtsstaatlich angesehenen spanischen Gesetze: zahlreiche Zuschauer trugen rot-gelb-gestreifte T-Shirts in den Farben Kataloniens. Auch die KapitĂ€nsbinde Lionel Messis war so designt, er hĂ€tte also “verfassungsgemĂ€ss” eigentlich vom Platz weg verhaftet werden mĂŒssen. Bei dem Versuch hĂ€tte ich einem Elmar Brok gerne zugesehen.
Zinedine Zidane, Trainer von Real, winkt dagegen der Ruhestand. Jetzt im Champions League Achtelfinale bei den arabischen MilliardÀren von PSG eine bayernÀhnliche Vorstellung, und er hats geschafft.
FĂŒr meine Vereine ein stressfreier versöhnlicher Abschluss der Hinrunde und des Jahres. Die Perspektiven meiner Borussia sind besser, als vorhersagbar, sogar das FussballmĂ€rchen von Eibar, nun schon das dritte Jahr erstklassig, geht weiter: gestern 4:1 gegen Girona, das Pep Guardiola besitzt, 7. in der Liga, punktgleich mit Europa-League-PlĂ€tzen.
Aber insgesamt schreibt Gladbach-Fan Klaus Hoeltzenbein in der SZ heute ganz richtig: Langeweile in fast allen europĂ€ischen Fussball-Ligen – ausser Italien.

Champions League: GĂ€hnen und Lehrgeld zahlen

Endlich vorbei, die Gruppenphase der europĂ€ischen Champions League, in der sich die Fussballkonzerne von Trump-Freund Murdoch und anderen Medienmogulen und Sponsoren mit Geld zuscheissen lassen. Überraschungen? Die grösste ist vielleicht, dass es der FC Basel mal wieder in die besten 16 geschafft hat, im Endspurt mit einem 1:0 gegen ManU und einem AuswĂ€rtssieg in Lissabon.
Die deutschen Teilnehmer am Schneckenrennen hinter dem Fussballkonzern aus dem sĂŒddeutschen Raum, Brause Leipzig und der BVB, zahlten Lehrgeld. Leipzig zuhause gegen die Reserve von Besiktas Istanbul, die zuhause noch nicht einmal in ihrer Stadt die Spitze bilden, 1:2. Und der BVB gegen die Reserve von Real 2:3. Aubameyang hatte sein VorstellungsgesprĂ€ch im Bernabeu-Stadion, machte seine zwei Tore. Im FĂŒr-Sich-Selbst-GlĂ€nzen hat er Weltmeisterniveau, eine Mannschaft mitreissen kann er nicht.
Die Bundesliga bestĂ€tigte damit, dass sie weder die stĂ€rkste Liga der Welt noch von Europa ist. Das wahre Gipfeltreffen ist Sonntag um 17.30 h in Manchester. Bei ManU gegen ManCity trifft US-amerikanisches auf arabisches Grosskapital, und sie fĂŒhren katalanische (City, Guardiola) gegen portugiesische (ManU, Mourinho) Fussballschule ins Feld. Deutschland ist mit dem Schwarzen Leroy Sane aus dem Ruhrgebiet und dem einer tĂŒrkischen Familie entstammenden Ilkay GĂŒndogan, geb. in der gleichen Stadt wie ich, (beide deutsche Nationalspieler, beide ManCity) beteiligt. Wer gerne stolz sein will auf unser Land: bitteschön!

Dopingparadies Fußball

In Deutschland und England Ă€rgert mann sich sehr, dass der spanische Fussball ihnen, meistens, bei LĂ€nderturnieren und in den Europapokalen der Vereinsmannschaften seit ĂŒber 10 Jahren eine lange Nase zeigt. Die spanischen Großklubs Real und Barca beherrschen den Fußball nicht nur sportlich, sondern auch in der Geldliga; sie sind globale Marken, unbezahlbar wertvoll im EntertainmentgeschĂ€ft. Real wird dabei von der spanischen Staatspartei PP protegiert, das florierende Barcelona inkl. Womanizer Pep Guardiola, hat seine ökonomischen FĂŒhler in die arabischen Feudaldiktaturen ausgestreckt.
Thomas Kistner/SZ fragt darum verstÀndlicherweise, ob das Zufall sein kann. ZufÀllig auch hat die rechte Parlamentsmehrheit, Engagement der Linken ist allerdings auch nicht bekannt, eine Ratifizierung internationaler Antidopingabkommen bisher verschleppt, so dass sie in Spanien immer noch keine Rechtskraft haben.
Vom Antidopingkampf im deutschen Fussball ist allerdings auch wenig bekannt. Im Ohr klingen noch die Heuchel-Interviews, Doping wĂŒrde im Fussball ja “gar nichts bringen”. Finanzdoping ist dagegen, ausser in Fan- und Ultrakreisen, unumstritten. Das Magazin “Sponsors”, der Name ist die Nachricht, listet die erste Finanzfußballliga auf, mit auf den ersten Blick seriös geschĂ€tzten Zahlen. Auch diese Tabelle “lĂŒgt nicht”; ein deutscher Traditionsverein von “1899” gehört dieser Ersten Liga an. Eine gewisse Logik haben also die nĂ€chsten WM-Veranstalter Russland 2018 und Katar 2022. Auf sie wird China folgen, wetten?
Beim Fußball ist es wie bei der Deutschen Bahn. Bei ihr ist das einzige, was den Betrieb stört, der Fahrgast. Beim Fussball ist der Einzige, der beim Geldverdienen stört, der Fan im Stadion. Samstag FĂŒnfzehndreissig schauen wir im Westfalenstadion in die Zukunft.

China

Birgit Schönau ist eine Italien-Korrespondentin, von der ich mir wĂŒnschen wĂŒrde, dass mehr Politikredaktionen als nur das StudienrĂ€teblatt Die Zeit sie mit SchreibauftrĂ€gen eindecken. Weil sie schon so lange dort lebt, sich als Deutsche in Italien gut integriert hat, gelingen ihr die am wenigsten oberflĂ€chlichen Reportagen und Analysen. Seit dem Tod von Werner Raith ist sie die beste deutsche Korrespondentin im sĂŒdlichsten Stadtteil von Köln. Aktuell gelingt ihr mit einer Bestandsaufnahme des italienischen Vereinsfussballs gleichzeitig eine geopolitische ökonomische Analyse, wie das chinesische Businesskapital sich Eingang in mittel- und vielleicht auch langfristig Sonderrenditen versprechende kapitalistische Branchen verschafft. Und wie unideologisch und wenig zimperlich es dabei zugeht. Ökonomisch klug von der chinesischen Seite ist, dass sie sich als Zielgebiet Bereiche mit gĂŒnstigen Einkaufspreisen ausgesucht hat, nĂ€mlich die sportlich seit einiger Zeit heruntergewirtschafteten aber ĂŒber eine große globale AnhĂ€ngerschaft verfĂŒgenden MailĂ€nder Klubs, und nicht die ĂŒberhitzte Premier League oder die Bundesliga. In Spanien sind nicht die ĂŒberteuerten AushĂ€ngeschilder Real oder Barca das Ziel, sondern Atletico; in Frankreich ist man am Überraschungsspitzenreiter Nizza beteiligt und dreht den arabischen (PSG) und russischen (Monaco) Investoren von oben eine lange Nase.

Der Trick der chinesischen Okonomie-Strategen ist, dass sie als angebliche “Kommunisten” am wenigsten ideologisch vernagelt sind,Weiterlesen…

Kompliment BVB – AnsĂ€tze zur Weltklasse

Wie schwer die Krise meiner Lieblingsmannschaften, Barca und der Borussia vom Niederrhein ist, hat man heute in Madrid gesehen. Gegen dieses Real Madrid konnte Barca zuhause nicht gewinnen, und bei diesem Barca ging meine Borussia unter.
Der BVB hat heute gezeigt, wie schlagbar Real ist, was fĂŒr eine mittelmĂ€ssige Mannschaft diese Ansammlung von unbestrittenen Weltklassestars zusammen bildet. Wie bei Barca ist das Strukturproblem, im Defensivspiel die Ruhepausen und defensiven Unvollkommenheiten der StĂŒrmerstars zu kompensieren. Die Stars sind gut zum Strahlen, fĂŒrs Spektakel, fĂŒrs Marketing; fĂŒr Mannschaften sind sie ein großes Problem. Ich erinnere nur daran, dass Portugal das EM-Finale gegen Frankreich gewann, als Ronaldo verletzt ausgeschieden war.
Der BVB, als Mannschaft immer noch unvollkommen in der Umbruch- und Findungsphase, hat die SchwĂ€chen von Real heute intelligent offengelegt. Pepe fehlte, Ramos wird nicht mehr schneller, ein harmonisches Ensemble sind die nicht. Die BVB-Youngster Dembele und Pulisic hatten Probleme ins Spiel zu finden, doch fĂŒr ihre spielerische Reifung war es mit Sicherheit ein epochales Ereignis. Sofort voll da war der kurz vor Schluss eingewechselte DĂ€ne mit tĂŒrkischen Verwandten Emre Mor. Wie er vor dem Ausgleichstor den Ball eroberte und mit einem Zauberpass Aubameyang auf die Reise zur Torvorbereitung des 2:2 von Marco Reus schickte, das findet Platz in zukĂŒnftigen Lehrfilmen. Der ist 19!
Marco Reus, verdammt. In all seinen Verletzungspausen schĂ€tze ich uns Gladbach-Fans glĂŒcklich, dass “wir” fĂŒr ihn noch so viel Geld bekommen hatten. Die FĂŒhrerscheingeschichte hatte sogar Borderline-Charakter, persönlich in jeder Hinsicht dramatisch. Doch wenn man ihn spielen sieht, ist das alles vergessen. Stoff fĂŒr eine weitere Legende.
Monsanto Leverkusen spielte heute auch, in einem kleinen Stadion, das dennoch nur halbvoll war. MerkwĂŒrdig, an der sportlichen Leistung lag es nicht. Also woran dann?

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