Beueler Extradienst

Meldungen & Meinungen aus Beuel und der Welt

Schlagwort: Tunesien

Bewegung braucht Ziele

Schon bei den Massendemonstrationen der sog. “Prodemokraten” in Hongkong, und nun im nahen Libanon stellen sich wichtige Fragen fĂŒr oppositionelle Bewegungen. Die schon politikerfahrene, clevere, aber natĂŒrlich ebenfalls heterogene Klimabewegung ist auch dazu zu zĂ€hlen, und macht schon vieles richtig. Mobilisierende Wut ist nicht hinreichend, fĂŒr Nichts. Umso mehr, je komplizierter das politische Interessengeflecht ist, in dem sich Bewegungen notgedrungen bewegen mĂŒssen. Nötig sind: Ziele, Analyse, Strategie und – daraus folgende! – Aktionen, Forderungen, Massnahmen.Weiterlesen…

WeltKlima-Finale: Bolsonaro&Trump – Papst

Was wird der christliche Gott wohl davon halten? Im Finale um die Ressourcen des Planeten Erde treten an: die Evangelikalen mit den SpielfĂŒhrern Jair Bolsonaro und Donald Trump gegen den Star des Katholizismus Papst Franziskus (Nummer weiss ich nicht). Lesen Sie hier bei Frederico FĂŒllgraf/nachdenkseiten den Vorbericht zu diesem vielleicht letzten Finale. Ein Finale der Herren.
Die Herren mĂŒssen schnell machen, denn die Frauen sind im Begriff, Weiterlesen…

Michel Foucault – Die Abschaffung der SexualitĂ€t zugunsten der Religion

von Ulrike Heider
aus: Jahrbuch SexualitÀten 2016, Wallstein Verlag, hrsg. Maria Borowski, Jan Feddersen, Benno Gammerls, Rainer Nocolaysen und Christian Schmelzer, Göttingen 2016

Zu Beginn der achtziger Jahre beklagte man in der linken Szene und dem von ihr geprĂ€gten Kulturbetrieb eine rationalisierende Verharmlosung der Lust. So mancher sprach mit glĂŒhenden Augen von Gefahr und Risiko der Erotik. Viel zu viel gesprochen habe man ĂŒber SexualitĂ€t und Sexual­unterdrĂŒckung, hieß es immer wieder. Alles habe man »zerredet« bis hin zur Auslöschung aller Leidenschaften. Unter dem Diktat von trockenen Marxisten, oberlehrerhaften SexualaufklĂ€rern und pfaffenĂ€hn­lichen Psychoanalytikern sei die SexualitĂ€t um ihr Geheimnis betrogen und zur Lan­geweile verurteilt worden. AufklĂ€rung, Offenheit, Gleichheit und Friedfertigkeit als GrundsĂ€tze in Bezug auf SexualitĂ€t wichen einer Nostalgie nach Verbot, Heimlichkeit und Hierarchie.Weiterlesen…

Tunesien / Argentiniens E-Fallout / Ukraine / Fakenews

Tunesien ist das Herkunftsland meines Fussball-Kneipiers, sowie das des mutmasslichen Breitscheidplatz-AttentĂ€ters Anis Amri und seines mutmasslichen MittĂ€ters, den die BRD aber lieber nicht fangen, sondern abschieben wollte. Wer weiss, was er ausgesagt hĂ€tte …. Darum geht es alles nicht in der dennoch politisch wichtigen Reportage von Jan Marot “ErnĂŒchterung nach der Euphorie”. Ansonsten berichtet ja niemand aus dieser seltenen arabischen Demokratie.
Detlef zum Winkel/telepolis hat sich ein wenig umgelesen, wie es wĂ€hrend des Stromausfalls am Wochenende um die argentinischen Atomkraftwerke bestellt war.Weiterlesen…

WM 2018 in Russland – jetzt noch mehr gefĂ€hrdet

Gestern endete der letzte Spieltag der Gruppenphase der Fussball-WM-Qualifikation auf allen Kontinenten, ausser Afrika. Das Stattfinden der WM ist ungewisser denn je geworden, denn die noch grĂ¶ĂŸte politische Macht der Welt, der Fussballzwerg USA, hat sportlich alles getan, um auf keinen Fall nach Russland reisen zu mĂŒssen: eine 1:2-Niederlage beim Gruppenletzten Trinidad&Tobago, in der Tabelle eingereiht hinter den GrossmĂ€chten Mexiko, Costa Rica, Panama (alle qualifiziert) und Honduras (muss in Play-Offs gegen Australien, das mit 2:1 im Heim-RĂŒckspiel Syrien rauswarf).

Die Korruptionsermittlungen der US-Justiz gegen die Fifa wird dieses Geschehen gewiss befördern, die Beziehungen zwischen den USA und Russland dagegen kaum verbessern.

Ein Überblick ĂŒber Aspekte der bisherigen WM-Qualifikation:Weiterlesen…

WM-Quali Afrika – ja, die gibts

In einer Mischung aus brĂ€siger Unkenntnis und rassistischer Arroganz ignorieren selbst die meisten Fachmedien die Qualifikationsrunde Afrikas zur Fußball-WM 2018 in Russland. Dabei geht es in einigen der fĂŒnf Gruppen dramatisch zu. Durch Zufall wurde ich ĂŒber die ZDF-Videotextseite 494 – die ARD, verantwortet vom “Hauptstadtsender” RBB ignoriert das Geschehen komplett – darauf aufmerksam.

Bisher sind 4 von 6 Spieltagen gespielt. Die ersten zwei wurden schon vor knapp einem Jahr abgewickelt, die nĂ€chsten zwei rund ums vergangene Wochenende. Die weiteren zwei Spieltage folgen Anfang Oktober und Anfang November. Die jeweiligen Sieger der 4er-Gruppen sind qualifiziert.Weiterlesen…

Der faustische FlĂŒchtlingsdeal

Wer syrische und afghanische Kriegsopfer mehr fĂŒrchtet als Recep Tavyip Erdogan, der darf sich nicht wundern, wenn er von diesem am Nasenring durch die politische Arena gezogen wird. Die Bundesregierung fĂŒrchtet die FlĂŒchtlinge, und damit den deutschen rechtsradikalen Widerstand gegen sie, mehr, als einen paranoiden Diktator in heftiger Wirtschaftskrise. Sie dreht ihm vielleicht den einen oder anderen Hallenlautsprechersaft ab, bzw. lĂ€sst das von BĂŒrgermeistern erledigen, aber keineswegs den ökonomischen Saft. Er, dieser “Nato-Partner”, ist ja auch ein attraktiver Kunde der Spitzenleistungen deutscher RĂŒstungsindustrie. Peinlicher gehts kaum. Doch es wird noch schlimmer kommen.

Derzeit wird spekuliert, Erdogan könne sein ErmĂ€chtigungsreferendum verlieren. Was wĂŒrde dann passieren? FAZ-Kolumnist Mumay erwartet, belegt mit Zitaten von AKP-Politikern, dann den “BĂŒrgerkrieg”. Kann gut sein, ich fĂŒrchte sogar: wahrscheinlich. Dieser BĂŒrgerkrieg wird sich aber nicht mehr auf die TĂŒrkei begrenzen,Weiterlesen…

Abschiebepolitik jenseits der RealitÀt

Der Staatsbesuch des tunesischen Regierungschefs bei der Kanzlerin hat der jĂŒngsten “unliebsame Menschen raus”-Politik der Abschiebung einen DĂ€mpfer versetzt. Wo sich noch vergangene Woche die EU-Staatschefs mit Abwehrstrategien und PlĂ€nen nordafrikanischer Auffanglager gegenseitig Mut machten und anstachelten, war angesichts der RealitĂ€ten in Tunesien bei der Kanzlerin schnell die Luft raus. Kein Wort mehr von Lagern fĂŒr FlĂŒchtlinge aus Afrika und angesichts eines Gastes, der die FragilitĂ€t seiner Demokratie und ihrer wirtschaftlichen Probleme schilderte, bekam offensichtlich die Kanzlerin eine Ahnung davon, dass es nicht damit getan sein kann, das Problem terroristischer GefĂ€hrder einfach von einem Land ins andere zu verlagern.Weiterlesen…

Gegenwehr, aber wie und gegen was und wen?

Am Wochenende hatte ich eine kurze Korrespondenz mit einem Freund in den USA. Es ging um die (Selbst-)Zweifel an der eigenen politischen Wirksamkeit. Welche AktivitĂ€t hat (noch) welchen Sinn? Bei Herren reiferen Alters sind das berechtigte Überlegungen. Und Rezepte können hier nicht geliefert werden. Mann sollte nicht nur selber kochen, sondern auch die Rezepte gemĂ€ss den eigenen Neigungen und FĂ€higkeiten lieber selbst kreieren, statt irgendwelchen Meistern zu folgen. Bei dieser Suche helfen, wie hier z.B. die Kolleg*inn*en von oxiblog, wĂ€re ein realistischer Anspruch. Mehr ist nicht drin, aber weniger sollte es auch nicht sein.

Nehmen wir mal die tunesische Perspektive. Mein Fußball-Gastwirt Kamel Bsissa ist tunesischer Herkunft. Ein KĂŒnstler seiner Zunft, pflegt er doch eine total heterogene Kundschaft auf engstem Raum, und alle halten es bei ihm miteinander aus. Seine herzlich-rustikale Ehrlichkeit erleichtert ihm die AusfĂŒhrung seines soziokulturellen Kunsthandwerks. KĂ€me ich auf die Idee, von ihm auf Tunesien zu schliessen?Weiterlesen…

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