Marc-Jan Eumann ist ein anstĂ€ndiger Kerl und kein brĂ€siger Dummkopf. Das muss ich hier so ausdrĂŒcklich formulieren, weil man nach dem Interview, das er gestern dem Deutschlandfunk gab, durchaus auf anderslautende Gedanken kommen konnte. Es ist ja schön, dass die SPD nicht jede*n, der/die sich sehr fĂŒr sie eingesetzt hat, wie eine heisse Kartoffel fallen lĂ€sst. Bei meiner Partei wĂ€re ich froh, wenn ich bei ihr einen solchen Charakterzug noch erkennen könnte. Aber einem langjĂ€hrigen StaatssekretĂ€r hĂ€tte man ein anstĂ€ndiges professionelles Interviewcoaching als Fortbildung im Bildungsurlaub wirklich mal angedeihen lassen können; die beleidigt von ihm beschimpfte Interviewerin machte schließlich auch nur ihre Arbeit. Und seine Leute in einem undurchsichtigen Hinterzimmerverfahren plus anrĂŒchigem “DrehtĂŒreffekt” zu versorgen, das ist eher eine SchĂ€digung des Ansehens und Erschwerung der Arbeit der eigenen Leute, als eine wirkliche Hilfe. Auch wenn Rheinland-Pfalz nur ein kleines Bundesland ist; immerhin ist dort die grösste verbliebene personelle Hoffnung der SPD versteckt – sonst bleibt nur noch Olaf Sch., der, schlau wie er ist, ein Ministeramt in der kommenden Großen Koalition planvoll vermeiden will.

Wir verlieren uns im Kleinscheiss.
Wenn sie mal so richtig depressiv werden wollen, dann lesen Sie diese Reportage des Berliner Tagesspiegels vom Bundespresseball. Dort treffen sich ja unsere angeblich Besten aus Politik und Medien, um miteinander Spass zu haben. Torsten Körner hat durchgehalten, von 16.30 h bis 5.30 h. Lesen geht schneller, aber drĂŒber Nachdenken könnte eine Qual werden.

Heute bei Maischberger “Die Koalition der Verlierer – Drohen uns faule Kompromisse?” tritt u.a. unser Leser Friedrich KĂŒppersbusch leibhaftig auf. Will er den BVB auswĂ€rts bei Real nicht sehen? Oder ist es alte KollegensolidaritĂ€t? Zu besseren Zeiten dieser “Show” war er selbst der Produzent.

Wie es gehen könnte fĂŒr die SPD weiss Michael Schneider in den BlĂ€ttern. Ich habe nicht rausgefunden, ob er der Schriftsteller ist, der im Attac-Beirat sitzt, oder der Historiker und Politologe der Friedrich-Ebert-Stiftung, bei dem ich an der Uni Bonn mal Proseminare belegt hatte. Oder ein ganz anderer Michael Schneider. Es sind aber inhaltlich exakt die Überlegungen, die die SPD – und wir WĂ€hler*innen – jetzt anstellen mĂŒssen. Sie reichen weit ĂŒber die blosse Koalitionsfrage hinaus.