Genozid in Indien, der größten Demokratie der Welt

Von , am Freitag, 9. Februar 2018, in Allgemein, Hörbefehl.

von Rainer Bohnet

Welches Menschenbild bzw. besser formuliert, welches Frauen- und Mädchenbild gilt in Indien? Die zahlenmäßig größte Demokratie der Welt leistet sich ein gesellschaftliches Verbrechen, das als Genozid, also als Völkermord bezeichnet wird. Tausende Mädchen werden abgetrieben oder ermordet, weil sie angeblich wertlos sind. Gebährfähige Frauen, die ein Mädchen entbinden, werden ausgestoßen, genötigt und geschlagen . Natürlich ist das in Indien gesetzlich verboten. Aber der dortige Rechtsstaat ist äußerst schwach und setzt in unzähligen Fällen keinerlei Strafe um.

Indien, ein riesiges Land mit unzähligen Ethnien und Kasten, ist wirtschaftlich auf dem Sprung an die Weltspitze. Im Inneren des indischen Subkontinents herrschen allerdings mittelalterliche Strukturen vor, die für unzählige Mädchen und Frauen tödliche Konsequenzen haben können. Das Patriarchat macht sich nicht nur schuldig, sondern ist in höchstem Maße krimininell. Und ein Staat, der wirtschaftspolitisch auf Augenhöhe mit China und der EU agiert und militärisch mit der Atombombe abschreckt, droht im Falle eines inneren Genozids seine internationale Reputation zu verlieren, vor allem dann, wenn er seine demokratisch zustande gebrachten Gesetze nicht anwendet.

Der Völkermord an Frauen und Mädchen ist zunächst ein innerindisches Problem. Aber die Weltgemeinschaft sollte und darf es nicht ignorieren. Denn Indien verstößt gegen das Menschenrecht der körperlichen Unversehrheit. Und das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Info: http://www.deutschlandfunk.de/indien-maedchen-unerwuenscht.1773.de.html?dram:article_id=410355

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