Abstieg des WDR / Sex im Kapitalismus

Von , am Montag, 26. März 2018, in Beuel & Umland, Genuss, Lesebefehle, Medien, Politik.

Tom Buhrow wurde früher als nötig in seinem Amt als Intendant des Westdeutschen Rundfunks (WDR) verlängert. Sein Rundfunkrat hat sich mit ihm verbunkert. Kritischer, als es mir bisher gelungen ist, hat Dieter Anschlag ihn in der Medienkorrespondenz gewürdigt. Ich habe keine Stelle gefunden, an der ich ihm widersprechen wollte.
Marcus Klöckner hat sich eines wichtigen Korrespondenten des WDR, Udo Lilischkies, Studioleiter in Moskau, kritisch angenommen.

Sex kommt gleich. Einfach weiterlesen.

Wenn wir Älteren bedenken, dass Fritz Pleitgen an diesen Positionen mal beider Herren Vorgänger war, können wir ermessen, wie tief der Abstieg des WDR seit dieser Zeit geworden ist. Wie Leser*innen dieses Blogs wissen, liegt es mir fern Pleitgen nostalgisch zu überhöhen. Manches Elend des WDR hat mit ihm begonnen.
Wie dunkle Gewitterwolken am Horizont drängt sich immer stärker die Frage auf: wofür brauchen wir sowas noch?

Felix Klopotek, auch Mitarbeiter der Kölner Stadtrevue, hat in der Jungle World eine seiner zahlreichen klugen Abhandlungen über den Kapitalismus abgeliefert. Selten entdecken wir bei ihm eine Stelle, an der er ausführt, was das nun in der Alltagspraxis bedeutet. Ein aktuelles Beispiel wie ungefähr das aussehen kann, haben wir gerade eben erwähnt.

So, jetzt der Sex (sells immer). Telepolis-Chef Rötzer hat soeben einen Salon veranstaltet, wie es mit den Robotern weitergeht und einen deutschen Hersteller ausführlich befragt. Zielgruppe allein in Deutschland: 10 Mio. Männer. Im neoliberalen Kapitalismus muss das Kapital überall hin, wo es noch Renditechancen gibt – im Wohnzimmer ist es längst, Schlafzimmer, Klo, nichts ist vor ihm sicher. Sex und Liebe sind schon getrennte Profitcenter. Was hat es wohl mit der Liebe noch vor?

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