Andreas Förster befürchtet im Freitag, dass die Verschleierungsstrategie von Sicherheitsbehörden und Bundesanwaltschaft dazu führen kann, dass noch nicht einmal Beate Zschäpe angemessen verurteilt werden kann – nur um die zahlreichen Hintermenschen, nicht wenige V-Leute und andere Geheimdienstangehörige, ungeschoren davonkommen zu lassen. Thomas Moser berichtet derweil, wie nicht nur beim WDR/#metoo, sondern auch beim Parlamentarischen Untersuchungsausschuss in Baden-Württemberg versucht wird, nicht die Täter*innen unter Druck zu setzen, sondern eine Hinweisgeberin.
Gestern erst meinte ich am Telefon zu Roland Appel, dass unser alter politischer Freund Günter Verheugen als einst zuständiger EU-Erweiterungs-Kommissar vielleicht doch auch Fehler gemacht habe. Mag sein. Aber es ist komplizierter. Ich glaube fest an die Urteilskraft von Norbert Mappes-Niediek, mit dem ich Ende der 70er Jahre an der Uni Bonn bereits eine AStA-Koalition erfolgreich ausverhandelt habe. Er war schon als junger Mann ein denkender Analytiker politischer Prozesse, und ist seitdem gewiss nicht dümmer geworden. Von Graz aus berichtet er seit Jahrzehnten über Balkanpolitik und weiss darüber mehr als die meisten deutschen Politiker*innen (inkl. Bodo Hombach). Darum ist das, was er soeben in den Blättern veröffentlicht hat, bedrohlich ernstzunehmen: nicht nur Flüchtlinge, auch das Phänomen der Failed States könnte uns von Syrien aus näherkommen.