Ausbeuterische Kinderarbeit in Indien und weltweit

Von , am Sonntag, 24. Juni 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Benjamin Pütter, inzwischen einer der international gefragten Fachleute für das Thema “Kinderarbeit in Indien” kommt nach Bonn. Dorthin, wo er vor fast 30 Jahren tätig war – als langjähriger wissenschaftlicher Mitarbeiter der Abgeorneten Petra Kelly. Pütter ging zu Misereor, war dort bereits als Indien-Referent tätig und arbeitet nun beim katholischen Kindermissionswerk “Sternsinger”, die sich in diesem Jahr mit dem Thema “Kinderarbeit” befassen.
In der Einladung heißt es:
“Ob Teppiche, Gartenplatten, Grabsteine, Kleidung, Schmuckartikel oder Räucherstäbchen – in vielen Produkten, die wir hierzulande kaufen können, steckt die Arbeit von Kindern. Obwohl Kinderarbeit weltweit abgenommen hat, schuften nach Schätzungen von UNICEF immer noch rund 168 Millionen Kinder in Steinbrüchen, auf Plantagen oder als Hilfskräfte im Dienstleistungsbereich – mehr als die Hälfte unter ausbeuterischen oder gefährlichen Bedingungen. Viele Kinderarbeiter stammen aus Afrika, aber auch in Asien und Lateinamerika müssen viele Mädchen und Jungen zum Lebensunterhalt ihrer Familien beitragen.
Der Kinderarbeitsexperte Benjamin Pütter engagiert sich seit fast 40 Jahren zum Thema. Er will über die Missstände aufklären und reiste für seine Recherchen über 80-mal nach Indien, wo er in Steinbrüchen schon sein Leben riskierte. Was macht ausbeuterische Kinderarbeit aus? Und welche Produkte sind betroffen? Dies und mehr wird Thema seines Vortrags sein. Nicht zuletzt gibt Pütter Hinweise, was der Einzelne tun kann und wie Verbraucher*innen Produkte aus Kinderarbeit meiden können.”

Auch wer mit der Katholischen Kirche persönlich nichts am Hut hat, sollte sich mit dem befassen, was Benjamin Pütter uns zu sagen hat.
Deshalb werbe ich für diese Veranstaltung und freue mich, dass auch Mitglieder der linken Bonner Jugendbewegung ihre Teilnahme zugesagt haben.
Ich fände es gut, wenn Pütter vor einem vollen Weltladen sprechen würde. Gerade in Bonn, einer Stadt, die sich mit Nachhaltigkeit wirbt und ausgerechnet am Hauptbahnhof demnächst ihre Gäste mit einem jener Läden begrüßen wird, deren Existenz auf Ausbeutung und Kinderarbeit aufgebaut ist – mit einer riesigen Niederlassung von Primark. Dass auch teurere Kleidergeschäfte unter vergleichbaren Bedingungen in Indien und anderen asiatischen Ländern produzieren lassen, ist kein Grund, Bonn-Besucher demnächst mit diesem häßlichen Geschäft in einem, nach dem, was über die Planung bekannt ist, scheusslichen Gebäude zu begrüßen.
Mehr Information gibt es am Donnerstag, 19.07.2018 um 19:15 Uhr
Ort: Weltladen, Maxstr. 22 in Bonn
Referent: Benjamin Pütter (Kinderarbeitsexperte und Buchautor)
Eintritt frei

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