Deutsche Bahn hängt NRW ab

Von , am Dienstag, 30. Oktober 2018, in Beuel & Umland, Politik.

Die Deutsche Bahn Aktiengesellschaft stand schon immer auf Kriegsfuss mit Nordrhein-Westfalen. Hier wohnen einfach zu viele, in zu vielen Städten. Es gibt hier viel zu viele Hauptbahnhöfe. Das alles macht nur Arbeit und Ärger. Ein schönes Bahnland für eine Aktiengesellschaft wäre eins mit wenigen fetten Zentren und grossen unbewohnten Regionen drumrum (also sowas ähnliches wie Berlin). Da zwischen können dann ICEs, ohne in Wolfsburg o. ähnl. anzuhalten, hin und her brausen – also ungefähr das, was früher Flugzeuge, von denen ein gewisser Mehdorn schon immer am meisten verstanden hat, bedient haben. Natürlich keinesfalls zu niedrigeren Preisen, weil: Aktiengesellschaft!
Ein Bundesland wie NRW ist dagegen eine widersinnige Konstruktion. Wie kann man nur so siedeln? 1 Mio. wohnt in Köln. 35 km weiter leben schon wieder 300.000 in Bonn. Wer hat sich sowas nur ausgedacht? Ganz zu schweigen vom Ruhrgebiet: überhaupt kein Zentrum, ein Kirchturm, eine Oper, eine Fussballarena nach der andern. Das ist beim besten Willen nicht bedienbar. Da warten wir erst mal ein bis zwei Jahrhunderte ab, bis die sich auf was geeinigt haben.
Sie halten das für Satire? Satire ist tot, von der Wirklichkeit gekillt. Es gibt nicht nur den Ärger in Siegburg. In NRW gibt es diesen Ärger überall, hier z.B.: Hagen. Zwischen Dortmund und Münster geht es immer noch eingleisig zu. Im Sauerland verfallen Gleisstrecken und Brücken, da wird nur noch Schritt gefahren (Winterberg). Der Norden des Ruhrgebiets wird wie das Rheintal (vor allem rechtsrheinisch) von – gerne nächtlichem! – Güterzuglärm gequält. Und dann halten sie uns noch für komplett bescheuert, und verkaufen uns in Bonn die Umwandlung einer IC- in eine ICE-Verbindung als “Verbesserung”, und unser lokales Monopolblatt fällt prompt drauf rein. Auf einer Strecke, die nicht für ICEs ausgebaut ist (“Schnellfahrstrecke”) ist das ausschliesslich eine Preiserhöhung für gleich schlechte Leistung. Am besten Lokaljournalist*inn*en machen mal eine Pendler*innen-Ausbildung.
Investiert wird nichts, und wenn, zu langsam: in Gleisnetze, in Streckenknoten, in emissionsärmere Fahrzeuge. Haben wir eigentlich einen NRW-Verkehrsminister? Haben Sie ihn mal irgendwobei bemerkt? Nun ja, unser Ministerpräsident ist mit Wichtigerem beschäftigt: wie werde ich Bundeskanzler?
Und was macht eigentlich der NRWler Pofalla? Macht noch Irgendeiner seine Arbeit?

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