Liebe Enkelkinder, liebe geplante Kinder, seid Ihr lärmempfindlich? Nee, ihr macht lieber welchen. Irgendwie muss ein Kind auf sich aufmerksam machen, andere Machtmittel hat es ja nicht. Erst wenn die Kinder aus dem Haus sind, mann und frau ihr Leben umstellen, überlegen, was sie schon immer wollten und nicht konnten, beginnt das Bedürfnis nach und der Genuss von Ruhe. Aber wie soll es dann jemals was werden mit einer Antilärm-Politik?
Bewohner*innen unseres schönen Mittelrheintals wissen was ich meine, also auch wir in Beuel. Jede Nacht, wenn sonst nur noch ein mildes Rauschen der fernen Autobahn und das Klappern der Schwelle am Kennedybrückenkopf zu hören ist, wird dieser Rhythmus regelmässig vom lauten Rauschen und Rattern der nächtlichen Güterzüge unterbrochen. Das bringt uns des nachts im Bett endlich auf all die Gedankengrübeleien, zu denen wir tagsüber keine Zeit haben. Bei nicht wenigen melden sich Herz und Kreislauf: das Ende kommt näher! Unsere Eltern verfolgten noch den Lebenswunsch: unsere Kinder sollen es mal besser haben. Nachvollziehbar, sie hatten noch Krieg und Hungersnöte erlebt. Aber was tun wir? Der bayrische Bundesverkehrsminister, Versager und Nichtsnutz im Amt wie die meisten seiner Vorgänger, schlägt vor: erst mal ganz in Ruhe eine Machbarkeitsstudie, also die nächsten 30 Jahre: Nichts.
Was können wir tun? Ex-Titanic-Chef Oliver Maria Schmitt hat dazu folgenden Vorschlag: für 642 Euro nach Oregon fliegen, und sich dort von den irrsten Rauschmitteln der Welt „Purple Tomahawk, Space Candy, Original Sour Diesel“ und dem Bamberger Rauchbier (ein perverses Bier, das nach Schinken schmeckt) nachempfundenen “Rauchwein” eines Garagenwinzers in Portland komplett abschiessen lassen – God’s own land.