Prekäre Parteien / Syrien-Wiederaufbauverbot / Gerechter Sadismus

Von , am Mittwoch, 20. Februar 2019, in Fußball, Lesebefehle, Medien, Politik.

Oliver Nachtwey zeichnet in den Blättern den Parteienrahmen, in dem das von mir so bezeichnete “Politische Prekariat” herangwachsen ist. Sehr verkürzt zusammengefasst: was als “Catch-all”-Parteien, ehemalige “Volksparteien” gedacht war, hat sich als prekäre Parteien entpuppt. Nur CDU/CSU verfügt (noch!) über ein relevantes Fundament. Nachtwey bezweifelt zu Recht, dass die Grünen hier ein bruchloses Erbe antreten. Es ist nichts mehr da zum erben.
Von hiesiger Öffentlichkeit unbeachtet wird derzeit ein weltumspannendes Regime konstruiert, das nicht nur den Iran sondern auch das kriegszerstörte Syrien aushungern soll. Die Mächte, die sich durch eigene Dummheit selbst aus dem strategischen Spiel genommen haben, nehmen so eine nach Verzweiflung aussehende Revanche an den verbliebenen Mitspielern. Opfer wie immer: Zivilist*inn*en, Frauen und Kinder, und die Männer wachsen zu neuen Extremisten heran. (dieser Link verschwindet in einigen Tagen in einem Paywall-Archiv)-
Ich bin ja für Menschen- und Bürger*innen*rechte. Aber man muss doch auch mal eine Ausnahme machen dürfen. Ein bisschen Sadismus muss doch erlaubt sein. Wenn jemand Kunde von Rupert Murdoch werden will (der hat zwar an Comcast verkauft, aber der fiese Kerl passt besser in diese Geschichte), und unbedingt ein Spiel des Konzerns aus dem süddeutschen Raum sehen will, der lässt mir gedanklich keine Wahl. Der hat seine Strafe verdient (und schön geschrieben).
Eine ähnliche Schadenfreude erfasste mich, als ich bei heise las, dass die CDU-Leute wg. der EU-Urheberrechtsreform jetzt übereinander herfallen – Fachleute gegen vernagelte, aber blöderweise erfolgreiche Lobbyisten, der Bonner Axel Voss mittendrin. Jürgen Becker würde sagen: “Ein härrlisches Billd!”

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