Fritz Keller, der neue DFB-Präsident, der aus dem idyllischen Freiburg kommend jetzt in der Bankenstadt Frankfurt residieren muss, hat seinen ersten programmatischen Text veröffentlicht, beim AfD-nahen Springerverlag. Wenn einer wie Keller das meint tun zu müssen, lässt das den Schluss zu, dass seine Medienberater*innen in der DFB-Zentrale, und das sind nicht wenige, anders als der frühere Medienchef Harald Stenger und der frühere Übungsleiter Jürgen Klinsmann, meinen, der deutsche Profofussball sei auf eine Allianz mit diesem Verlag angewiesen. Nicht nur bedauerlich, sondern auch falsch. Wohin das führt, erfährt z.Z. der Fußballkonzern aus dem süddeutschen Raum, der diese Allianz schon immer gepflegt hat, und jetzt blamabel vorgeführt wird. Aber seis drum: Alina Schwermer/taz referiert den Keller-Text in kurzer Zusammenfassung und kommentiert absolut zutreffend.
Mehr zum Thema ist morgen mittag 13.30 h gewiss in der Premiumsendung deutschen Radioschaffens zu hören, wenn Ewald Lienen Gast des DLF in den “Zwischentönen” ist.
Zum Sportgeschehen ausserhalb des Fußballs noch zwei Empfehlungen:
Günter Klein/FR resümiert die missratene Einverleibung der DDR im Sport. Die Medaillenschwemme wurde gerne genommen, die Dopingprobleme, die der Westen selbst auch hatte, wurde dagegen wie etwas Fremdes abgespalten. Die Sportler*innen wurden dabei nicht wie Menschen, sondern wie Sachen behandelt – kapitalistisch halt.
Wie weit das westliche Sportsystem heute zu gehen bereit ist, das wird derzeit scheinwerferartig beim Oregon-Project des Nike-Konzerns ausgeleuchtet. Das ist so widerlich, wie es die übelsten Kapitalismushasser*innen nicht ausdenken können. Wer hat Frau Klosterhalfen nur dahin getrieben? Und wie einst die Telekom bei den Radfahrern will auch im aktuellen Fall der multinationale Konzern von nichts gewusst haben, und angeblich alles untersuchen (lassen).