Es gibt viel Kritik. Die Themensetzung. Die ZungenschlĂ€ge. Journalist*inn*en, gute zumindest, können und wollen es nicht allen recht machen. Auch mir nicht. Die heute verlĂ€ngerte 20-Uhr-Tagesschau, auf eine kĂŒnstlich abgetrennte Sondersendung wurde verzichtet, entpuppte sich fĂŒr mich als tagesaktuelle Fortsetzung des Weltspiegel (heute mit seiner 1a-Moderatorin Isabel Schayani, die, wie ich jetzt erst bemerke, am exakt gleichen Tag geboren ist, wie meine Schwester, und auch nur wenige Kilometer entfernt). Das ist die einzig angemessene Art, journalistisch mit der Corona-Krise umzugehen. Sie ist nicht national, und also auch nicht national lösbar, sondern nur in internationaler SolidaritĂ€t.
Ob das den 16 deutschen MinisterprĂ€sident*inn*en klar war, die heute mit der Bundeskanzlerin konferierten, und bei deren Videokonferenz dem NRWler Laschet ein klares Tor gegen den Bayern Söder gelang? Ich weiss es nicht. Und es ist auch nicht so wichtig. Wichtiger ist, was wir jetzt alles lernen, und fĂŒr die Zeit danach in Erinnerung behalten.
Unsere öffentlich-rechtlichen Medien, ja sie gehören “uns”, sind derzeit Ă€hnlichen Corona-Problemen ausgesetzt, wie alle Grossinstitutionen und -unternehmen. Ihre Mitarbeiter*innen gehören ebenfalls zu den Held*inn*en des gegenwĂ€rtigen Alltags, und zwar, wie auch im Gesundheitswesen, die Schlechtestbezahlten, die sich keine Grossstadtwohnung mehr leisten können, am meisten. Nicht vergessen, fĂŒr die Zeit danach.